Tierärzte warnen vor geplantem Rx-Versandverbot

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Berlin -

Verschreibungspflichtige Tierarzneimittel sollen ab kommenden Jahr innerhalb der Europäischen Union nicht mehr verschickt werden dürfen. Auch die Bundesregierung will die EU-Tierarzneimittel-Verordnung umsetzen. Fachtierärzte sehen darin eine Gefahr für die Behandlung exotischerer Haustiere, für die es oft nur wenige Experten gibt.

Die Regelungen würden sich „gravierend“ auf die Therapie von Millionen Wassertieren und anderen seltenen Spezies auswirken, heißt es in einem Schreiben von Fischtierärztin Dr. Sandra Lechleiter aus Neuenbürg bei Pforzheim und Kollegen an die Bundesregierung, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Hintergrund ist, dass es häufig wenige Spezialisten – etwa für Zierfische – unter den Veterinärmedizinern gibt und diese dann weite Wege zu Patienten zurücklegen. Damit weder Arzt noch Halter nach Laboruntersuchungen und Diagnose erneut solche Strecken auf sich nehmen müssen, werden Medikamente dann per Post verschickt.

Gemäß EU-Verordnung soll ab Ende Januar 2022 der Versandhandel für verschreibungspflichtige Tierarzneimittel untersagt werden, erklärte eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums. „Grund hierfür ist die Problematik des verbreiteten illegalen Verkaufs von Tierarzneimitteln im Internethandel, der eine Bedrohung für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellt.“ Das Bundeskabinett hatte dem Gesetzentwurf am 24. März zugestimmt.

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