Sterilrezepturen

Zyto-Verträge über Nacht

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Berlin -

Der nächste Zyto-Vertrag kommt mit Karacho: SpectrumK verzichtet zwar auf exklusive Liefervereinbarungen; jede Apotheke, die zu den vorgegebenen Konditionen liefern möchte, kann sich beteiligen. Dafür hat sich der BKK-Dienstleister eine andere Überraschung einfallen lassen: Die Verträge werden quasi über Nacht scharf geschaltet.

Am Freitagvormittag wurden die Apotheken darüber in Kenntnis gesetzt, dass ab Samstag nur noch Vertragspartner Sterilrezepturen herstellen dürfen: „Mit diesem Fax möchten wir Sie vorab informieren, dass SpectrumK […] für insgesamt 53 gesetzliche Krankenkassen mit rund 8,7 Millionen Versicherten regionale Verträge […] über die Versorgung mit parenteralen Zubereitungen aus Fertigarzneimitteln in der Onkologie mit einer Laufzeit von 2 Jahren geschlossen hat. Vertragsstart ist der 01.10.2016.“

SpectrumK weist darauf hin, dass Apotheken, die keinen Vertrag haben, von der Versorgung ausgeschlossen sind. Bis 12 Uhr konnten Vertragsunterlagen eingereicht werden, auch danach sei ein Beitritt zu einem bereits geschlossenen Vertrag möglich. „Eine Liste mit Regionen, in denen ein Vertrag geschlossen wurde, wird postalisch in den nächsten Tagen bundesweit an alle Apotheken versandt“, heißt es in dem Schreiben. 18 Uhr wurde außerdem eine Internetseite mit weiteren Informationen zu den Gebieten beziehungsweise Regionallosen freigeschaltet.

In den Apotheken hat das Schreiben für Entrüstung gesorgt. Wenn die Patienten nach dem langen Wochenende am Dienstag in die Praxen kommen, könnte die Versorgung vorübergehend zusammenbrechen. Apotheken, die ihren Beitritt nicht rechtzeitig erklärt haben, könnten auf Null retaxiert werden – und müssten die Belieferung verweigern.

Insgesamt konnten in knapp 300 der 788 Lose Zuschläge erteilt werden. Während in einigen Regionen also Apotheken ab sofort keine Onkologen mehr mit Rezepturen für BKK-Versicherte beliefern dürfen, werden womöglich andere Kollegen in Regionen, in denen sich niemand beteiligte, mit Aufträgen überrascht.

Spectrum K hatte im Auftrag von 53 Betriebs- und Innungskrankenkassen Rabattpartner gesucht. Dazu war das Bundesgebiet zunächst in 676 Regionallose anhand von Postleitzahlgebieten aufgeteilt worden. Ansatz hierfür waren in der Regel die ersten drei Stellen der Postleitzahl.

Doch aus den Kreisen potentieller Bieter gab es Kritik an dem Vorgehen: Die Aufteilung der Regionallose müsse noch feingliedriger sein, da es sonst zu einer Diskrepanz bei den Liefergebieten kommen könne. Ende August setzte Spectrum K seine Ausschreibung neu auf. Man habe die Einwände ernst genommen und die Zuschnitte angepasst, hieß es. Damit soll gewährleistet werden, dass auch bei Ad-hoc-Bestellungen eine Lieferung innerhalb eine Stunde möglich ist.

Bei Spectrum K hatte man sich bewusst gegen Exklusivverträge mit mutmaßlich höheren Rabatten entschieden: „Die Versorgungsaspekte waren hier ausschlaggebend für uns, weshalb wir uns gegen Exklusivverträge entschieden haben“, so die Sprecherin.

Ganz verzichten wollte Spectrum K aber nicht: „Es sollen und müssen Einsparungen erzielt werden, aber nicht zu Lasten der Qualität der Versorgung oder vertrauter Versorgungsstrukturen.“ Man wolle aber eine „unnötige Konzentration“ auf Bieterseite vermeiden.

Die Konditionen zur Teilnahme sind vorab festgelegt. Wenn eine Apotheke bereit ist, zu diesen Bedingungen zu liefern, kann sie dem Vertrag beitreten. Kommt in einzelnen Losen innerhalb von acht Wochen kein Vertrag zustande, wird das Gebiet „geschlossen“. Bei einmal abgeschlossenen Verträgen für ein Losgebiet ist dagegen ein späterer Beitritt jederzeit während der Vertragslaufzeit möglich.

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