Organspende

Spahn will Druck, aber keinen Zwang dpa/APOTHEKE ADHOC, 28.05.2018 08:47 Uhr

Berlin - Mehr Menschen als bislang sollen sich über eine mögliche Organspende klar werden. Diese Auseinandersetzung wünscht sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und hält sie für eine Selbstverständlichkeit. „Das sind wir den mehr als 10.000 Menschen schuldig, die voller Hoffnung auf ein Organ warten.”

Jeder sollte daher für sich eine Entscheidung treffen und sie auf einem Spendeausweis dokumentieren. „Viele haben das schon getan. Aber das reicht noch nicht.” Daher sei weiter Überzeugungsarbeit zu leisten, sagte Spahn mit Blick auf den Tag der Organspende am 2. Juni.

Noch vor drei Wochen hatte der Minister im Rahmen seiner Kritik an der elektronischen Gesundheitskarte jeglichen Zwangsmaßnahmen im Gesundheitswesen eine deutliche Absage erteilt. Weder solle es erhöhte Krankenkassenbeiträge für Raucher geben, noch wolle er Zwänge beim Organspenden. Die Bürger sollten nicht automatisch zu Organspendern werden, nur weil sie keine anders lautende Erklärung abgegeben haben.

Die generelle Sicht auf Organspenden hat sich neuen Umfragedaten zufolge weiter verbessert. Positive Einstellungen dazu seien mit 84 Prozent nun so hoch wie noch nie, ergab eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Befragt wurden von November bis Februar 4000 Bürger im Alter von 14 bis 75 Jahren. Einen Organspendeausweis haben demnach inzwischen 36 Prozent, nachdem es 2012 noch 22 Prozent waren. Krankenkassen müssen Versicherte ab 16 Jahren alle zwei Jahre anschreiben und über das Thema informieren.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte