Expopharm

Im Club der Enttäuschten Eugenie Ankowitsch, 13.09.2017 14:08 Uhr

Düsseldorf - Unerfüllte Erwartungen an den Gesetzgeber, die Politik und nicht zuletzt die Krankenkassen: Sowohl Apotheker als auch Pharmahersteller haben nach Auffassung von Frank Schöning in den vergangenen Jahren und Monaten einige Enttäuschungen hinnehmen müssen. In seinem Grußwort zur Eröffnung der Expopharm 2017 beschwor der Vorstandsvize des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA) Einigkeit. Nur gemeinsam sei man stark.

„So manches Mal bleiben wir etwas ratlos zurück, wenn es darum geht, auf unsere Expertise zu hören“, sagte Schöning und meinte damit sowohl die Pharmahersteller als auch die Apothekerschaft. Zuletzt seien Apotheker von der Politik enttäuscht worden, als das Rx-Versandverbot „im Koalitionsstreit vor der Bundestagswahl auf der Strecke blieb“. Schöning äußerte außerdem Unverständnis über die rigorose Vorgehensweise von Krankenkassen bei der Durchsetzung der Zyto- und Impfstoffverträge, wo „jenseits aller politischen Sensibilitäten gegen die Interessen der Apotheken durchregiert“ werde.

Auch VFA-Mitgliedsunternehmen hätten dies in der in der Vergangenheit nicht selten – zuletzt beim Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz, dem AM-VSG – gespürt, klagte Schöning. Nach einem grundsätzlich begrüßenswerten und „im Grunde auch erfolgreichen“ Pharmadialog habe es doch in letzter Konsequenz eher Ernüchterung bei den Pharmaherstellern gegeben.

Er rief dazu auf, gemeinsam mit den relevanten Akteuren aus dem politischen und gesellschaftlichen Umfeld das derzeitige Bewertungs- und Preissystem für innovative Medikamente in Deutschland weiterzuentwickeln. Dabei sollen die unterschiedlichen Interessen der Beteiligten zum Ausgleich kommen können. Pharmahersteller und Apotheker verfolgten, so Schöning, schließlich alle das gleiche Ziel, nämlich Patienten den schnellstmöglichen Zugang zu lebensverbessernden und in einigen Fällen auch lebensrettenden Therapien zu ermöglichen.

APOTHEKE ADHOC Debatte