Praxis-Software: Ärzte sollen Preise vergleichen

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Berlin -

Mit reichlich Verspätung hat jetzt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) das im Mai 2017 beschlossene elektronische Arztinformationssystem (AIS) auf den Weg in die Praxen gebracht. Die Verordnung regelt Form und Inhalt des AIS. Dabei setzt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf die Ergebnisse der zur frühen Nutzenbewertung. Diese sollen in einer schlanken Version in die Arztpraxen gelangen. Wünsche der Krankenkassen nach einer Versorgungssteuerung und der Arzneimittelhersteller nach Verankerung medizinischer Leitlinien wurden nicht berücksichtigt.

In fünf Paragrafen definiert die Rechtsverordnung die Mindestanforderungen des AIS, dass künftig in die Praxissoftware der Ärzte integriert werden und diesen die Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur frühen Nutzenbewertung vermitteln soll. Damit will das BMG dafür sorgen, dass die Vertragsärzte besser und leichter lesbar über die Ergebnisse der mit dem Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) von 2010 eingeführten Nutzenbewertung für neue Arzneimittel informiert werden.

Seit Inkrafttreten der Nutzenbewertung hatte sich nämlich gezeigt, dass das vom G-BA zuerkannte Ausmaß des Zusatznutzens auf das Verordnungsverhalten der Ärzte nur geringen Einfluss hatte. Selbst neue Arzneimittel mit hohem Zusatznutzen fanden in den Verordnungszahlen keine entsprechenden Niederschlag.

Anderseits wurden Präparate mit geringem oder nicht belegtem Zusatznutzen häufiger verordnet. Als Grund wurde dafür wurde vermutet, dass Ärzte die umfangreichen und schwer lesbaren Nutzenbewertungsbeschlüsse des G-BA nicht nutzen. Das soll sich jetzt ändern.

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