Leipzig

Pharmazie-Institut weiter auf Kippe

, Uhr
Berlin -

Trotz des Vetos von Sozialministerin Christine Clauß (CDU) ist das pharmazeutische Institut in Leipzig noch nicht gerettet. Denn nach wie vor muss die Universität bis 2014 48 Stellen streichen. Die SPD fordert nun, dass der Universität mindestens die 21 Stellen des Pharmazie-Institutes erlassen werden.

 

Im Rahmen des von der Landesregierung beschlossenen Hochschulentwicklungsplans muss die Universität Leipzig bis 2020 168 Stellen kürzen. Im November 2011 musste die Universitätsleitung 48 Stellen bestimmen, die bis 2014 gestrichen werden sollten. Daraufhin hatte die Rektorin, Professor Dr. Beate Schücking, die Schließung des pharmazeutischen Instituts vorgeschlagen.

Da Pharmazie ein Staatsexamensstudiengang ist und in Sachsen nur in Leipzig angeboten wird, müssen sowohl das Sozialministerium als auch das Wissenschaftsministerium der Schließung zustimmen. Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) hatte dem Antrag der Universität im Juli stattgegeben.

Mitte September hatte Clauß jedoch ihr Veto eingelegt. Allerdings machte das Sozialministerium keine Angaben darüber, wie diese Entscheidung durchgesetzt werden sollte – denn die Universität muss weiterhin alle festgelegten Stellen kürzen.

 

 

Das Veto der Sozialministerin rette das Institut noch lange nicht, kritisiert daher der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, Holger Mann. Die Stellenkürzungsvorgaben sollten um mindestens 21 Jobs reduziert werden: „Sonst bleiben alle Beteuerungen zum Erhalt des Instituts für Pharmazie nur Lippenbekenntnisse und das Sterben auf Raten ist vorprogrammiert“, so Mann.

Die Notwendigkeit, der Universität Stellen zu erlassen, sieht man bei der CDU nicht: Es gebe genug „Orchideenfächer“ oder Fächer, die in Leipzig und Dresden angeboten würden, erklärte Alexander Krauß, der für die CDU im Sozialausschuss sitzt. Die Pharmazie zu halten sei wichtig, die Universität müsse jedoch ihrer Verpflichtung aus dem Hochschulentwicklungsplan nachkommen. Dass die Pharmazie nun nach und nach eingekürzt werde, sieht Krauß nicht als Problem: Das Institut sei so klein, dass dort keine Stellen gestrichen werden könnten.

Auf eine Nachfrage des Abgeordneten Mann erklärte die Wissenschaftsministerin, das Verfahren zwischen den beiden Ministerien sei noch nicht abgeschlossen. Die endgültige Entscheidung stehe noch aus. Die Entscheidung der Universität gegen das pharmazeutische Institut bezeichnet von Schorlemer als vernünftig und nachvollziehbar. „Dass im Moment diese Schließung aus anderen als hochschulpolitischen Gesichtspunkten in Frage gestellt wird, macht die Aufgabe für die Universität Leipzig nicht leichter“, so die Ministerin.

 

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Lebensgefährliche Nebenwirkung
Kein Metamizol mehr in Finnland
Für Kinder lebensbedrohlich
Sorge vor gefährlicher Mpox-Variante
Betrunkener bricht in Apotheke ein
Trotz Licht: Einbruch im Notdienst
Mehr aus Ressort
Eine Apotheke für 4820 Menschen
Destatis: Umsatzrückgang und Apothekensterben
Apothekenreform riskiert Patientenvertrauen
Patientenbeauftragter: Light-Apotheken dürfen nicht kommen

APOTHEKE ADHOC Debatte