Union fällt in Umfragen weiter ab

„Multikulti oder Leitkultur“: Spahn setzt auf Attacke im Wahlkampf

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Berlin -

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Jens Spahn hat die Union angesichts der desaströsen Umfragewerte zu einem Strategiewechsel im Wahlkampfendspurt aufgefordert. „Wir brauchen einen Strategiewechsel, wir brauchen auch einen Wahlkampf, der die Unterschiede klarer macht“, sagte der Gesundheitsminister am Sonntagabend bei Bild TV. Darüber hinaus sprach er sich dafür aus, mehr auch auf das Team hinter Kanzlerkandidat Armin Laschet zu setzen. „Wir haben gute Leute, die die Union als Team auch ausmachen“, sagte Spahn.

„Wer CDU und CSU wählt, der bekommt (Friedrich) Merz und (Markus) Söder, auch Spahn und (Annegret) Kramp-Karrenbauer, auch (Carsten) Linnemann und (Karl-Josef) Laumann und auch (Dorothee) Bär und (Nadine) Schön“, sagte Spahn. Es sei die Stärke von CDU-Chef Laschet, „ein Team zusammenstellen zu können, starke Köpfe auch im Kabinett im engsten Team haben zu können“. Anders als SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz wolle Laschet wirklich mit „starken Köpfen“ regieren. „Kennen Sie bei der SPD irgend einen anderen Kopf als Olaf Scholz im Moment?“

Spahn sagte weiter: „Wir müssen kämpfen die nächsten vier Wochen.“ Er räumt ein, dass die SPD aufgeholt habe und die Union „unter Druck durch die gegnerische Mannschaft“ stehe. Daher müsse der Gegner härter angegangen werden: Es sei „noch nicht ausreichend geschehen, die Auseinandersetzung mit Olaf Scholz zu suchen“. Die Union müsse künftig auch die Unterschiede prägnanter herausarbeiten: „Die einen wollen Steuern einführen und erhöhen, wir wollen Steuern senken. Klimaschutz durch Verbote oder Klimaschutz durch Innovation? Multikulti oder Leitkultur?“

Der Abwärtstrend der Union hatte sich am Wochenende verfestigt, eine weitere Umfrage sah die SPD mit Scholz als stärkste Kraft. Im wöchentlichen Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Insa für „Bild am Sonntag“ gewannen die Sozialdemokraten zwei Prozentpunkte. Mit 24 Prozent liegen sie nun deutlich vor der Union, die nur noch auf 21 Prozent kommt (-1). Der im Sonntagstrend ausgewiesene Wert ist der niedrigste, den Insa jemals für die CDU/CSU gemessen hat.

Die Forderung nach einem Wechsel des Kanzlerkandidaten der Union von Laschet zu CSU-Chef Markus Söder lehnte Spahn bei Bild TV ab: „Im laufenden Spiel wechseln Sie doch nicht den Trainer aus.“ Für ihn persönlich gelte: „Ich unterstütze aus voller Überzeugung unseren Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten.“

Bei einer aktuellen aposcope-Umfrage hat die Union auch bei den Apothekenteams deutlich an Zustimmung verloren. Nur noch 18 Prozent der befragten Apotheker:innen und PTA würden CDU oder CSU wählen. Allerdings sind 37 Prozent auch noch unentschieden.

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