GKV-Plus von 3,5 Milliarden

Mail an Warken: Reform ist „Klatsche für die Apotheken“

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Berlin -

Für das Fixum ist schlicht kein Geld da – wenn es um das Apothekenhonorar geht, wird die Politik nicht müde, auf die Finanzlage der Krankenkassen zu verweisen. Doch nun zeigen aktuelle Daten, dass die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im vergangenen Jahr nicht etwa im Minus gelandet ist, sondern sogar einen Überschuss von stolzen 3,5 Milliarden Euro erwirtschaftet hat. Empört wendet sich Frank-Martin Welzig von der Hils-Apotheke im niedersächsischen Delligsen nun persönlich an die Ministerin.

Welzig könne nicht fassen, was zum Überschuss der Kassen aktuell publiziert wird. „Gerade habe ich die Radio-Nachrichten gehört: Die gesetzlichen Krankenversicherungen haben einen Überschuss von 3,5 Milliarden Euro erwirtschaftet“, leitet der Apotheker sein Schreiben an Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ein. Der GKV-Spitzenverband gibt hingegen an, dass der stolze Überschuss nicht ausreiche, um die Reserven aufzufüllen.

„Ich lach mich tot, die Krankenkassen haben gar nichts erwirtschaftet“, kritisiert er. „Der Dank sollte an die Apotheken gehen, die diesen Überschuss erwirtschaftet haben – Stichwort Rabattverträge – und in die Röhre gucken dürfen“, kritisiert er scharf. Denn: „Wer setzt denn die Rabattverträge um?“

Tagtäglich habe man in der Apotheke damit den Ärger, die Mehrarbeit und vor allem die Erklärungsnot gegenüber den Patientinnen und Patienten. „Es leidet die Therapietreue und vor allem unser Image“, so Welzig. Denn in den Augen der Kundschaft sei oftmals die Apotheke schuld, dass es schon wieder ein anderes Medikament gebe. „Im Zweifel haben die Menschen Arzneimittel doppelt zu Hause, als Original und als Generikum. Eine falsche Einnahme kann so auch nicht ausgeschlossen werden“, betont er.

Und dass die Kassen nun einen Überschuss hätten, solle der Dank dafür sein? „Hätten wir diesen Überschuss nicht erwirtschaftet, gebe es ihn gar nicht.“ Das derzeitige Gesetzesvorhaben für eine Apothekenreform ohne Anhebung des Fixums fühle sich daher wie eine Klatsche für die Apothekerschaft an, bemängelt Welzig.

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