„Stehen wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand“

LAV BaWü ruft zu Mitmach-Aktion auf

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Berlin -

Der LAV Baden-Württemberg hat seine Mitglieder aufgerufen, in einen verstärkten Dialog mit Politikerinnen und Politikern auf kommunaler, Landes- und Bundesebene zu treten. „Wir müssen reden!“ lautet der Name der Mitmach-Aktion, die auf die prekäre Situation der öffentlichen Apotheken aufmerksam machen will. Ziel ist es, die vorliegenden Missstände im Dialog mit den Politikerinnen und Politiker anzubringen.

„Wir Apothekerinnen und Apotheker stehen wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand. Allein im letzten Jahr haben in Deutschland über 500 Apotheken aufgegeben und geschlossen“, erklärt die LAV-Präsidentin aus Baden-Württemberg. „Seit über einem Jahrzehnt sind wir abgehängt von einer wirtschaftlichen Entwicklung, denn der Gesetzgeber weigert sich, unsere mittlerweile völlig unterdimensionierte Honorierung anzupassen.“

Politisches Umdenken durch direkten Dialog

Stattdessen plane das BGM eine Apothekenreform, die ebendiese Probleme nicht beheben werde. Zambo ist überzeugt: „Genau das muss jede und jeder politisch Verantwortliche aus erster Hand erfahren, damit hier ein politisches Umdenken erfolgen kann.“ Aus diesem Grund werden sich die Mitglieder des LAV zeitnah in persönlichen Briefen an ihre Bürgermeister:innen wenden. Selbiges gilt für die Wahlkreisabgeordneten aus Land und Bund. Das Ziel: Die Politiker:innen sollen zu Gespräch und Besuch in die Apotheke kommen.

Zudem werden sowohl die Apothekenkundschaft als auch lokale Medien über die Einladungen in Kenntnis gesetzt. Deutlich sichtbar soll die Aktion durch vier unterschiedliche Schaufenster-Plakate werden. „Wir gehen davon aus, dass die öffentliche Bekanntmachung einer entsprechenden Einladung auf die eingeladenen Gäste zusätzlich motivierend wirken wird“, erklärt Zambo.

Kundinnen und Kunden bietet die Aktion die Gelegenheit, Fragen und Wünsche an den politischen Gast stellen. Das Aktionspaket bietet Notizzettel an, die so gestaltet sind, dass sie in der Apotheke ausgefüllt und abgegeben werden können.

Initiative zur Rettung der Apotheken

„In einem Brief habe ich die Abgeordneten der demokratischen Parteien im baden-württembergischen Landtag sowie die Bundestagsabgeordneten unseres Bundeslandes bereits auf die dramatische Situation der Apotheken sowie auf entsprechend zu erwartende Einladungen in Apotheken ihrer Wahlkreise hingewiesen. Wir müssen alle politischen Akteure auf allen Ebenen aktivieren, sich jetzt und deutlich für den Erhalt der flächendeckenden Versorgung und für die Stärkung der ortsnahen Apotheken einzusetzen und unsere Sorgen weiterzutragen. Wir setzen hierbei insbesondere auch auf parteipolitische Kontakte sowie auch auf die sogenannten kleinen Dienstwege“, ist sich Zambo sicher.

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