Notfallkontrazeptiva

Bundestag gibt „Pille danach“ frei dpa/APOTHEKE ADHOC, 27.02.2015 08:56 Uhr

Berlin - Für junge Frauen bleibt die „Pille danach“ trotz Aufhebung der Rezeptpflicht weiter kostenlos. Der Bundestag beschloss am Donnerstagabend eine Gesetzesänderung, wonach Frauen und Mädchen bis zu ihrem 20. Geburtstag einen Anspruch auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse haben. Ein Versandverbot gibt es aber noch nicht, auch der Abgabepreis ist noch nicht festgeschrieben.

Nach der Freigabe durch die EU-Kommission am 7. Januar für EllaOne (Ulipristal) hatte die Bundesregierung entschieden, sowohl Ulipristal als auch Levonorgestrel aus der Rezeptpflicht zu entlassen. Der OTC-Switch ist für den 15. März geplant. Die Kostenübernahme gilt, vom Zeitpunkt der Verkündung aus betrachtet, rückwirkend zum 1. März. Dies soll eine nahtlose Kostenübernahme ermöglichen.

Dazu wurde eine Ausnahmeregelung für OTC-Notfallkontrazeptiva eingeführt: Demnach müssen die Kassen die Kosten tragen, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt. Damit wird sichergestellt, dass Frauen Notfallkontrazeptiva zu Lasten der Kassen erhalten, „die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage, insbesondere, weil sie sich noch in der Ausbildung befinden, am wenigsten in der Lage sein werden, die Kosten für Empfängnisverhütungsmittel aufzubringen“. Hinsichtlich der Preisspannen für Apotheken und Großhandel wird die „Pille danach“ anderen erstattungsfähigen OTC-Arzneimitteln gleichgestellt.

Neben der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) wird auch das Heilmittelwerbegesetz (HWG) geändert. Werbung für die künftig rezeptfreien Notfallverhütungsmittel soll gegenüber Endverbrauchern nicht möglich sein. Dadurch soll der Gefahr einer unsachgemäßen Selbstmedikation entgegen gewirkt werden. „Eine kommerzielle Bewerbung dieser Arzneimittel in der breiten Öffentlichkeit mit dem Ziel der Absatzförderung birgt das Risiko, dass einer wiederholten Anwendung innerhalb eines Menstruationszyklus Vorschub geleistet wird.“

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