Die Apotheker:innen Dr. Olaf Elsner, Alexandra Lappe, Sven Buttler und Claudia Scherrer haben einen Brandbrief an Ralph Brinkhaus (CDU) geschickt, der für den Kreis Gütersloh im Bundestag sitzt. Dieser antwortete nun in Form eines Besuchs in der Linden-Apotheke.
Neben der Teilnahme am „Versorgungsblackout“ Mitte Dezember haben Apothekerinnen und Apotheker aus dem Kreis Gütersloh ihren Unmut über die finanzielle Situation der Apotheken zum Ausdruck gebracht, indem sie sich an ihren Bundestagsabgeordneten wandten. Die aktuellen Reformpläne aus dem unionsgeführten Bundesgesundheitsministerium (BMG) enthalten noch immer keine Zusicherung einer Honorarerhöhung.
Brinkhaus informierte sich nun in der Gütersloher Linden-Apotheke über die Gründe für den Protest und die aktuellen Probleme. Kreisvertrauensapothekerin Claudia Scherrer von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) und Sven Buttler, Vorsitzender der Bezirksgruppe Gütersloh des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL), haben gemeinsam mit Alexandra Lappe und Dr. Olaf Elsner (AVWL-Vorstandsmitglied) den CDU-Politiker in Scherrers Apotheke empfangen.
Im Kreis Gütersloh hat im Zeitraum der vergangenen zehn Jahre jede fünfte Apotheke geschlossen – die Wege für Patient:innen werden länger. Die Pharmazeut:innen wiesen den Politiker auf die ausbleibende Anpassung der Vergütung hin, bei stark gestiegenen Betriebsausgaben für Personal und Sachkosten um 65 Prozent.
Zwar taucht das Apothekenhonorar im Koalitionsvertrag auf, doch eine Anpassung ist auf unbestimmte Zeit verschoben; 2027 soll eine Verhandlungslösung kommen. „Das begrüßen die Apothekerinnen und Apotheker grundsätzlich. Die Lösung, die die Bundesregierung in ihrem Gesetzentwurf für eine Apothekenreform vorgeschlagen hat, halten sie jedoch nicht für geeignet, die Situation der Apotheken zu verbessern“, heißt es vom AVWL.
„Die flächendeckende Notdienstversorgung durch die Apotheken vor Ort muss durch eine auskömmliche Finanzierung gewährleistet werden“, so Brinkhaus. Auch in Krisen- und Katastrophenfällen seien die Apotheken ein essenzieller Pfeiler. Das flächendeckende Apothekennetz ist systemrelevant und die Apotheken müssen verstärkt in den Katastrophenschutz einbezogen werden, meint der CDU-Politiker. Auf Kreisebene wolle er dafür Brücken bauen.
Die Pharmazeut:innen wiesen auch auf die Problematik bei der geplanten PTA-Vertretung hin. „Brinkhaus signalisiert Verständnis für die Sorgen und Bedenken der Apothekerinnen und Apotheker und gibt ihnen zum Abschluss des Gesprächs mit auf den Weg, ihre Themen und Anliegen noch viel klarer und geschlossener in die Öffentlichkeit zu tragen“, so der AVWL.
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