BIG direkt: Alleingang mit Teststreifen

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Berlin - Der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) und die Krankenkasse BIG direkt gesund streiten um Teststreifen und Sondennahrung. Die Kasse verlangt von den Apothekern den Beitritt zu einem eigenen Vertrag, um die Versicherten weiter zu versorgen. Der AVWL verweist auf den bestehenden Arzneimittelliefervertrag, der beide Produktgruppen abdecke. Die Kasse soll sich bis morgen erklären, sonst will der Verband notfalls vor Gericht.

Die Kasse hatte den rund 2000 Apotheken in Westfalen-Lippe Anfang Januar mitgeteilt, dass nur noch Vertragspartner Blutzuckerteststreifen sowie Sonden- und Trinknahrung abrechnen dürften. Die Apotheken sollten dem gesonderten Vertrag der BIG direkt beitreten. Ansonsten könnten die Produkte nicht mehr erstattet werden.

„Das ist grob falsch und irreführend“, schreiben AVWL-Vorsitzende Dr. Klaus Michels und sein Geschäftsführer Dr. Sebastian Schwintek an die Kasse. Die Produkte seien sämtlich im Arzneimittelliefervertrag Primärkassen NRW geregelt, der auch zwischen Apotheken und der BIG direkt als Innungskrankenkasse gelte. „Der Beitritt zu einem (weiteren) Vertrag zur Abgabe dieser Produkte durch Apotheken ist daher keinesfalls erforderlich und jede Aussage, die die Versorgungsberechtigung der Apotheken in Westfalen-Lippe in diesem Bereich leugnet, eindeutig falsch“, heißt es in dem AVWL-Schreiben an BIG direkt-Chef Peter Kaetsch.

Die BIG direkt stellt sich offenbar nicht zum ersten Mal auf den Standpunkt, dass sie kein direkter Vertagspartner des AVWL ist, da sie nicht dem IKK-Landesverband in NRW angehört, sondern in Berlin. Aus Sicht des AVWL spielt das aber keine Rolle, da die auf Landesebene geschlossenen Verträge immer für alle Kassen einer Kassenart Geltung hätten.

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