Botanicals: BAH warnt vor Wildwuchs

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Athen -

Pelargonium als Nahrungsergänzungsmittel – in Deutschland undenkbar. Doch in Ländern wie Italien und Großbritannien werden viele pflanzliche Präparate als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet. Wenigstens die gesundheitsbezogenen Aussagen sollten reguliert werden, doch die EU-Kommission schiebt die Prüfung laut Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) auf die lange Bank.

Seit 2006 gilt die EU-Verordnung zu Health Claims, mehr als 200 gesundheitsbezogene Aussagen wurden von der Lebensmittelbehörde EFSA bereits zugelassen. Angaben zu pflanzlichen Inhaltsstoffen wurden bislang jedoch ausgespart. Rund 2000 Claims werden daher derzeit von den Herstellern verwendet, ohne dass deren Stichhaltigkeit bewiesen wäre. Laut BAH wäre der größte Teil der Behauptungen wohl nicht zu halten.

Die EU-Kommission hatte den Prozess im September 2010 überraschend gestoppt und unlängst sogar grundsätzlich infrage gestellt. Offenbar geht es darum, die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln zu schützen. „Das geht zu Lasten der Verbraucher und ruiniert den Markt für pflanzliche Arzneimittel“, kritisiert BAH-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Weiser.

Laut Weiser werden Phytohersteller existenzgefährdend im Wettbewerb benachteiligt. Sie müssten seit Jahren den Preis für die Entlastung der Hersteller von Botanicals bezahlen. Der BAH fordert die EU-Kommission auf, den klaren gesetzlichen Auftrag des EU-Parlaments endlich umzusetzen und einen weiteren Missbrauch irreführender Werbeaussagen zu verhindern.

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