AOK: Rx-Versand ist „Scheingefecht“

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Berlin - Wie es mit dem Rx-Versandverbot weitergeht, muss bis zur Bildung der neuen Bundesregierung vorerst offen bleiben. Trotzdem geht die Diskussion über Pro und Kontra weiter. Beim „BAH in Dialog“ plädierte Dr. Martin Danner von der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe für eine „differenzierte“ Betrachtung. Die Befürchtungen über die Ausweitung des Rx-Versandhandels seien nicht eingetreten. Und für den AOK-Bundesverband ist der Streit ohnehin nur ein „Scheingefecht“, das von den eigentlichen Strukturproblemen des Apothekenmarktes ablenkt.

Die AOKen plädierten für Vielfalt auf dem Apothekenmarkt, argumentierte in der Podiumsdiskussion Dr. Sabine Richard, Geschäftsführerin Versorgung beim AOK-Bundesverband. Man dürfe daher den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln nicht „ohne Not über Bord werfen“. Außerdem stelle ein Verbot einen „schweren Eingriff“ in die Eigentumsrechte der Versender dar. Richard kritisierte das EuGH-Urteil, weil es das in Deutschland bestehende Sachleistungsprinzip des GKV-Systems nicht berücksichtigt habe: „Das hat Priorität.“ Die Boni-Vergabe sehr daher ein „schwieriges Prinzip“. Der EuGH habe „quer zu allen Frage in Deutschland“ sein Urteil gesprochen.

Trotzdem habe danach „kein Erdbeben“ auf dem Apothekenmarkt stattgefunden, obwohl die ausländischen Versender ihr Marketing sofort „hochgefahren haben“. Richard räumte ein, dass die AOK „gerne“ mit den Versandapotheken über Arzneimittellieferverträge sprechen würden. Dies werde aber angesichts der politischen Diskussion derzeit unterlassen.

Die Vor-Ort-Apotheken seien gute Partner, sagte Richard. Die AOK lehne ein Rx-Versandverbot auch deshalb ab, weil es keine Probleme bei der Sicherung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung löse: „In Hüffenhardt öffnet doch keine Apotheke, wenn DocMorris dort verschwindet.“ Die Diskussion verstelle den Blick auf die Strukturprobleme. Richard: „Das Scheingefecht überdeckt die eigentlichen Probleme.“ Die Apotheker müssten stattdessen ihr Geschäftsmodell überdenken. Die digitale Rezeptsammelstelle des LAV Baden-Württemberg sein ein erster richtiger Schritt. Es müsse nicht überall Voll-Apotheken geben.

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