4,7 Millionen Euro

Abrechnungsbetrug: Kasse entsteht Rekord-Millionenschaden

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Berlin -

Betrügerische ambulante Pflegedienste haben bei der KKH Kaufmännischen Krankenkasse im vergangenen Jahr einen
Millionenschaden verursacht. Die Pflegedienste erschwindelten sich nach Angaben der Kasse knapp 3,4 Millionen Euro zulasten der Kranken- und Pflegeversicherung.

Insgesamt sei im vergangenen Jahr der KHH ein Schaden von 4,7 Millionen Euro durch Abrechnungsbetrug entstanden – so viel wie in keinem Jahr zuvor. Die KKH gehört mit mehr als 1,6 Millionen Versicherten bundesweit zu den größten gesetzlichen Krankenkassen.

Meisten Tipps aus NRW

Die Prüfgruppe Abrechnungsmanipulation erhielt im letzten Jahr 352 neue Hinweise auf Betrug, die meisten Tipps kamen aus Nordrhein-Westfalen. 147 Tatverdächtige kamen aus dem Bereich Pflegedienste, 50 Tatverdächtige waren Krankengymnasten oder Physiotherapeuten. Darüber hinaus wurde 35 Ärzten Betrug vorgeworfen.

In den meisten Fällen ging es um die Abrechnung nicht erbrachter Leistungen, gefolgt vom Einsatz unqualifizierten Personals. Nach Angaben der Versicherung kommen Straftaten im Gesundheitssektor häufig nicht ans Licht, die Dunkelziffer sei hoch.

Kasse will „schwarze Schafe“ finden

Die Kasse richtete laut eigenen Angaben als erste bundesweit tätige Krankenkasse einen Arbeitsbereich ein, der sich ausschließlich mit der Bekämpfung von Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen befasst. Fachleute des Vertrags- und Leistungsbereiches und Juristen arbeiten an der Aufklärung der uns gemeldeten oder durch eigene Recherchen und Analysen entdeckten Fälle. Ziel sei nicht, ganze Berufsstände zu verunglimpfen, sondern die „schwarzen Schafe“ ausfindig machen. „Betrügerischen Praktiken, die der Versichertengemeinschaft finanziellen Schaden zufügen, soll ein Riegel vorgeschoben werden.“

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