Fingierte Gehaltsabrechnung

Kassenbetrug mit erfundenen Mitarbeitern

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Karlsruhe -

Wegen Krankenkassenbetrugs in großem Stil ist am Freitag ein 35 Jahre alter Mann zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Er hatte den Kassen falsche Gehaltsabrechnungen vorgelegt, um zum Beispiel eine Lohnfortzahlung zu erschleichen.

Ein mitangeklagter mutmaßlicher Gehilfe, ein 32 Jahre alter Mann, wurde freigesprochen. Ihm sei die Unterstützung des 35-Jährigen nicht nachzuweisen gewesen, teilte eine Gerichtssprecherin weiter mit. Der Mann hatte die Vorwürfe bestritten. Die beiden standen wegen gewerbsmäßigen Bandencomputerbetrugs in mehr als 350 Fällen vor Gericht, weil sie laut Anklage mehrere Krankenkassen um fast eine halbe Million Euro gebracht hatten.

Das Gericht verurteilte den 35-jährigen Haupttäter, der gestanden hatte, allerdings nur wegen einer Schadenssumme von knapp 400.000 Euro. In seine Strafe floss eine schon rechtskräftige Verurteilung zu eineinhalb Jahren Haft durch das Amtsgericht Frankfurt mit ein.

Der Mann hatte über Scheinfirmen Gehaltsabrechnungen von nicht existenten Mitarbeitern eingereicht. Über die fingierten Gehaltszettel erschlich er so Lohnfortzahlungen und auch Krankengeld für erfundene Angestellte.

Ein zweiter mutmaßlicher Haupttäter muss sich noch einem Jugendschöffengericht in Karlsruhe stellen, weil er zur Tatzeit unter 21 Jahre alt war. Ein dritter Haupttäter war nach Worten der Gerichtssprecherin schon 2020 von einem Amtsgericht im hessischen Groß-Gerau zu zwei Jahren Jugendstrafe verurteilt worden.

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