Zuschlag wegen Engpässen

Abda: 50 Cent sind „Hohn und Spott“

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Berlin -

Mit 50 Cent mehr wird der zusätzliche Aufwand in den Apotheken nicht annähernd gedeckt. In ungewöhnlicher Schärfe weist Abda-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening das Zusatzhonorar als ungenügend zurück.

Über die Apotheken, die „seit Monaten mit großem Engagement und Aufwand die Lieferengpässe managen und somit die Menschen zuverlässig versorgen“, gieße das Ministerium nun offenbar „Hohn und Spott“ aus, so Overwiening. „Jede Apotheke soll laut Ministerium genau 50 Cent für jedes erfolgreich gefundene Austauscharzneimittel bekommen – aber nur, wenn es vorher als versorgungskritisch eingestuft wurde und mit der Arztpraxis Rücksprache gehalten wurde. Das ist wirklich eine Frechheit!“

Damit werde die Bürokratie noch erhöht, der teils stundenlange Arbeitsaufwand nicht einmal ansatzweise bezuschusst – und als Zeichen der Wertschätzung könne man dieses „Almosen“ wohl auch kaum bezeichnen. „Gerade jetzt an den Feiertagen zu Weihnachten und Neujahr, wo Nacht- und Notdienste für die Apotheken noch zusätzlichen Stress bedeuten, kann kein Apotheker und keine Apothekerin verstehen, wie solch ein Cent-Aufschlag die Versorgungssicherheit stabilisieren oder gar verbessern soll. Wenn in den nächsten Tagen alle Apotheken das Lieferengpassmanagement einstellen und keine Mühe mehr auf die Suche nach Ersatzpräparaten verwenden würden, müssten Politik und Kassen zusehen, wie die Arzneimittelversorgung in Deutschland zusammenbricht.“

Die Patientinnen und Patienten finanziell von Mehrkosten zu entlasten, findet Overwiening dagegen richtig. Im Grundsatz sei es auch zu begrüßen, dass sich die Politik nun endlich der „katastrophalen Zustände bei den Lieferengpässen mit lebenswichtigen Arzneimitteln“ annehme. Die Rabattverträge müssten dringend geändert werden, um wieder mehr Anbieter aus Europa in die Versorgung einzubinden.

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