Synthetische Cannabinoide

„Zombie“-Marihuana Nadine Tröbitscher, 07.01.2017 09:14 Uhr

Berlin - Szenen wie in einem Horrorfilm sollen sich in New York im vergangenen Jahr abgespielt haben. Torkelnde, aggressive Männer wanderten orientierungslos durch die Straßen oder lehnten über Motorhauben und an Wasserhydranten. Zurückzuführen sind diese Ereignisse auf einen Drogenrausch, ausgelöst durch die Substanz AMB-FUBINACA.

Das synthetische Cannabinoid soll bis zu 85 Mal stärker als normales Marihuana und bei üblichen Drogentests nicht nachweisbar sein. Die Substanz wirkt agonistisch am Cannabinoid-Rezeptor-1. Entwickelt wurde der Stoff vom Pharmakonzern Pfizer, der das Produkt 2009 zum Patent angemeldet hatte.

Untersucht wurde die Substanz nur im Labor. „Eine Phase III Studie hat es nie gegeben. Die Wirkung war in den präklinischen Studien nicht ausreichend“, so eine Firmensprecherin. Das Mittel wurde ursprünglich für die Schmerztherapie entwickelt und hätte zum Beispiel in der Krebstherapie eingesetzt werden können.

In Japan trat die synthetische Droge 2012 erstmals wieder auf. Heute kommt die Droge aus Laboren in China und ist in der Liste der verbotenen neuen psychoaktiven Substanzen des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) aufgenommen.
  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte