Synthetische Cannabinoide

„Zombie“-Marihuana auch in Deutschland Nadine Tröbitscher, 11.01.2017 14:02 Uhr

Berlin - Im New Yorker Stadtteil Brooklyn wurden im vergangenen Jahr etwa 30 Männer in besorgniserregendem Zustand aufgegriffen. Ihr kollektiver Drogenrausch soll vom synthetischen Cannabinoid AMB-FUBINACA ausgelöst worden sein. Auch in Deutschland konnte die Substanz in „Kräutermischungen“ identifiziert werden.

In den vergangenen Jahren kam es auch in Deutschland Vergiftungen mit synthetischen Cannabinoiden. „Allein im Einzugsgebiet der Vergiftungsinformationzentrale Freiburg traten mehrere hundert Fälle auf“ sagt Professor Dr. Volker Auwärter, Forensischer Toxikologe am Universitätsklinikum Freiburg. „Bis jetzt hatten wir keine Vergiftungsfälle, in denen AMB-FUBINACA der einzige konsumierte Stoff war – in diesen Fällen waren jeweils zusätzlich weitere Stoffe konsumiert worden. Zu den Stoffen, mit denen in den vergangenen Monaten gehäuft behandlungsbedürftige Vergiftungen aufgetreten sind, gehören 5F-ADB und ADB-CHMINACA.“

Die Substanz AMB-FUBINACA wurde ursprünglich gegen Schmerzen entwickelt, jedoch fand nie eine Studie am Menschen statt. Dem synthetischen Cannabinoid konnte keine ausreichende schmerzstillende Wirkung zugesprochen werden. Jedoch soll es etwa 85 Mal stärker sein, als das natürliche Tetrahydrocannabinol (THC). Die auf dem Markt befindlichen „Kräutermischungen“ enthalten meist auch weitere Vertreter der Substanzklasse.

„AMB-FUBINACA konnte in einigen Produkten, die wir im Rahmen von Testkäufen erworben haben, identifiziert werden und trat auch in biologischen Proben häufiger auf“, so der Toxikologe. Das Monitoring findet im Rahmen eines EU-geförderten Projektes, das vom Bundeskriminalamt kontrolliert wird, statt.
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