Antidepressiva

Zoloft: Linke gegen Broich die Zweite APOTHEKE ADHOC, 14.12.2018 12:40 Uhr

Berlin - Im Sommer 2017 hatte sich die Fraktion Die Linke zu möglichen Ungereimtheiten beim Zulassungsverfahren von Zoloft (Sertralin, Pfizer) erkundigt. Dabei wurde die Rolle von Professor Dr. Karl Broich, Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), kritisch hinterfragt. Weil die Bundesregierung zahlreiche Fragen unbeantwortet ließ, fragt die Fraktion erneut nach.

Die Fragesteller kritisieren die Rückmeldung der Bundesregierung. Konkrete Antworten fehlten. Statt den Kern der Frage selbst zu beantworten, wurden allgemeine Vorschriften zitiert, lautet der Vorwurf. Die Fraktion nimmt einen zweiten Anlauf und stellt neue und alte Fragen. Zu letzteren gehören Fragen zu möglichen Interessenkonflikten des BfArM-Präsidenten.

In der Kleinen Anfrage geht es um den Verdacht, dass die Risiken von Zoloft im Zulassungsverfahren möglicherweise verschleiert wurden und das Antidepressivum nicht nach den Vorgaben des Arzneimittelgesetzes (AMG) geprüft wurde. Würde dies nachträglich bekannt, müsste dem Arzneimittel gemäß § 30 AMG die Zulassung entzogen beziehungsweise deren Ruhen angeordnet werden. Im Fall von Zoloft wurde seitens des BfArM als zuständiger Zulassungs- und Aufsichtsbehörde bislang nichts unternommen, obwohl bereits im Frühjahr 2014 mögliche Verstöße gemeldet worden seien, schreibt die Fraktion.

Die Fragesteller wollen wissen, welche Fachartikel Broich zu SSRI-Antidepressiva vor und nach der Zulassung von Zoloft veröffentlicht hat. Gefragt wird auch nach gemeinsamen Veröffentlichungen von Broich und Professor Dr. Hans Jürgen Möller, der während des Zulassungsprozesses als Gutachter des Herstellers und stimmberechtigtes Mitglied der Kommission A im Zulassungsverfahren tätig war. Die Fraktion will von der Bundesregierung wissen: Sind diese Rollen vereinbar?

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