Rückschlag für Antikörper-Cocktail

WHO: Ronapreve zeigt keine Wirkung bei Omikron

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Berlin -

Im Januar hatten Roche und Regeneron bereits erklärt, dass ihr Antikörperpräparat Ronapreve (Casirivimab/Imdevimab) laut ersten In-vitro-Studien möglicherweise bei Omikron-Infektionen unwirksam sein könnte. Nun gibt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Rückschlag bekannt. Die Richtlinien zum Einsatz sollen nun angepasst werden.

Bislang wurde der Antikörper-Cocktail Ronapreve von der WHO zur Behandlung und Prophylaxe von schweren Covid-Verläufen verwendet: für Patient:innen, die infiziert und noch nicht schwer krank sind, allerdings ein hohes Risiko haben, hospitalisiert zu werden, und für schwer kranke Covid-Pa­tient:innen, die keine Antikörper gegen das Coronavirus gebildet haben.

Mangelhafte Wirksamkeit zeichnete sich bereits ab

Doch bereits in ersten Labortests konnte die Kombination nicht überzeugen: Es zeigte sich eine deutlich verringerte Neutralisierungsaktivität gegenüber der Omikron-Variante. Dies deutet auf eine geringere Wirksamkeit des Medikaments hin. Gegenüber vorherigen Virusvarianten wie Delta habe Ronapreve die Neutralisationsaktivität behalten – demnach sei wahrscheinlich auch die Wirkung weiter gegeben, so das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in einem gemeinsamen Informationsschreiben im Januar.

Nun weist auch die WHO auf die mangelnde Wirksamkeit hin und will Konsequenzen ziehen: „Es sieht danach aus, dass dieser Antikörpercocktail mangelnde Wirksamkeit gegen Omikron zeigt.“ Die Richtlinien über den Einsatz sollen daher im Laufe des Februars entsprechend angepasst werden.

Erst im Januar hatte die WHO zwei weitere Mittel zur Therapie von Covid-19 empfohlen – Baricitinib und Sotrovimab. Beide seien nach aktuellen Erkenntnissen weiter wirksam. Es ist nicht das erste Mal, dass die WHO ihre Empfehlungen ändert: Die Substanzen Ruxolitinib und Tofacitinib werden aufgrund schwerer Nebenwirkungen und mangelndem Nutzen nicht mehr empfohlen.

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