Bakterielle Infektionen

Tuberkulose-Schnelltest: Zucker als Detektiv APOTHEKE ADHOC, 15.03.2018 13:28 Uhr

Berlin - Forscher der Universität Düsseldorf haben in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Südafrika und den USA ein einfaches und schnelles Nachweisverfahren für Tuberkuloseerreger entwickelt. Dieser Test könnte zu diagnostischen Zwecken verwendet werden. Zudem kann er auch Antibiotikaresistenzen nachweisen, wie aus den Studienergebnissen im Fachjournal „Science Translational Medicine“ zu entnehmen ist.

Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete und gefürchtete Krankheit, die durch den Erreger Mycobacterium tuberculosis ausgelöst wird. Bereits die korrekte Diagnose der Erkrankung ist schwierig. Die bakterielle Infektion stellt insbesondere Entwicklungsländer vor große Herausforderungen, da die derzeit genutzte Nachweismethode „Ziehl-Neelsen-Färbung“ zwar kostengünstig, aber sehr aufwändig ist.

Bei diesem mehrschrittigen Test werden Untersuchungsmaterialien wie der Farbstoff Phenolfuchsin, Salzsäure-haltiger Alkohol, Methylenblau sowie Leitungswasser verwendet. Ein weiterer Nachteil ist auch, dass der Test nicht zwischen lebenden Tuberkuloseerregern und abgetöteten unterscheiden kann. Daher ist er auch ungeeignet, mögliche vorhandene Resistenzen zu detektieren.

Forscher der Stanford University in Kalifornien und zweier Universitäten in Johannesburg haben gemeinsam mit dem Team um Professor Dr. Rainer Kalscheuer vom Institut für Pharmazeutische Biologie und Biotechnologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) einen neuen Ansatz entwickelt, die für die Infektion verantwortlichen Erreger im Speichel zu erkennen. Das Reagenz wurde von den Wissenschaftlern in Stanford entwickelt und synthetisiert. In Johannesburg wurde die Methode an einem kleinen Patientenkollektiv getestet.

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