Durchschnittlich einen Tag später

Studie: Coronaimpfung kann Periode verzögern

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Berlin -

Immer wieder gerät der weibliche Zyklus in Zusammenhang mit der Corona-Impfung. Relativ früh berichteten Frauen von ungewöhnlichen Blutungen, starken Krämpfen oder Zyklusschwankungen. Eine US-Studie belegt nun, dass sich die Periode bei geimpften Frauen leicht verzögern kann. Die Wissenschaftler:innen erklären außerdem die Hintergründe für das Phänomen.

Die kürzlich im Fachjournal „Obstetrics & Gynecology“ erschienene Untersuchung aus den USA hat die Daten von fast 4000 Frauen zwischen 18 und 45 Jahren unter die Lupe genommen, die eine App zur Überwachung der Fruchtbarkeit nutzen und keine hormonelle Verhütung verwenden: 2400 von ihnen waren geimpft, als Vergleichsgruppe dienten die Daten von 1500 ungeimpften Frauen. 55 Prozent der geimpften Frauen erhielten das Vakzin von Biontech/Pfizer, 35 Prozent den Moderna-Impfstoff und 7 Prozent Johnson & Johnson.

Veränderungen nicht signifikant

Das Forscherteam verglich die Daten von drei aufeinanderfolgenden Zyklen vor der Impfung mit den Zyklen während und nach der Impfung. Bei den ungeimpften Frauen wurden sechs aufeinanderfolgende Zyklen analysiert. Es zeigte sich, dass die Blutung bei den geimpften Frauen etwa einen Tag später einsetzte als bei ungeimpften Frauen: Die erste Impfstoffdosis verlängerte den Zyklus um 0,64 Tage, die zweite Dosis um 0,79 Tage.

Auswirkungen auf die Dauer der Monatsblutung konnten durch die Daten nicht bestätigt werden. Die Wissenschaftler:innen gehen daher davon aus, dass die Auswirkungen auf die Periode und den Zyklus nur gering und voraussichtlich vorübergehend sind. Die Verlängerung sei nur geringfügig und damit klinisch nicht signifikant, so das Team. Jede Veränderung von weniger als acht Tagen wird als „normal“ eingestuft, denn der Zyklus variiert ohnehin von Frau zu Frau und kann durch viele Faktoren beeinflusst werden.

Immunsystem beeinflusst Zyklus

Das Team geht davon aus, dass die Zyklusveränderungen auf eine Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff zurückzuführen sind: Läuft das Immunsystem auf Hochtouren – wie es nach einer Impfung der Fall ist – kann sich das auf die sogenannte „Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse“ auswirken. Diese stellt eine wichtige Verbindung zwischen Gehirn, Eierstöcken und Gebärmutter dar.

Die Produktion von Zytokinen kann demnach zur Beeinflussung der Menstruationszyklus-Regulation führen. Am stärksten scheinen diese Auswirkungen zu sein, wenn die Impfung früh in der Follikelphase stattfindet, also in der ersten Hälfte des Zyklus. Fielen die beiden Impfungen mit Biontech oder Moderna auf denselben Zyklus verzögerte sich die Blutung sogar um zwei Tage. Die Forscher:innen wollen nun weitere Daten sammeln, um die Zyklen zu beobachten und festzustellen, ob sie langfristig wieder zum Ausgangswert zurückkehren. Außerdem sollen künftig Unterschiede zwischen den einzelnen Impfstoffen untersucht werden.

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