Stoffwechselerkrankungen

Malariamittel gegen Typ-1-Diabetes Nadine Tröbitscher, 06.12.2016 13:31 Uhr

Berlin - Die pflanzliche Verbindung Artemisinin ist für die Behandlung von Malaria zugelassen und kann die Zukunft für die Therapie von Typ-1-Diabetikern sein. Forscher fanden heraus, dass Artemisinin Glukagon-produzierende Alpha-Zellen in insulinproduzierende Beta-Zellen umwandelt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Cell“ veröffentlicht.

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Abwehrzellen des Immunsystems die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstören. Die typischen Symptome wie Durst, Juckreiz, verstärkter Harndrang, Müdigkeit und Gewichtsverlust treten jedoch erst auf, wenn etwa 80 Prozent der insulinproduzierenden Beta-Zellen zerstört sind. Bislang können Betroffene mit dem Spritzen von Insulin behandelt werden.

Die Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüsen sind die Steuerzentrale des Blutzuckerspiegels. Beta-Zellen senken ihn durch die Bildung von Insulin, Alpha-Zellen lassen ihn ansteigen durch die Bildung von Glukagon. Die Zellen sind in ihrer Art flexibel. Sinkt der Anteil an Beta-Zellen stark, gleichen Alpha-Zellen den Verlust durch eine Umwandlung aus. Der genetische Hauptschalter Arx spielt dabei eine wichtige Rolle.

Arx reguliert Gene, die für die Funktion der Alpha-Zellen von Bedeutung sind. Schaltet man Arx aus, wandeln sich die Zellen um. Das Artemisinin aus dem einjährigen Beifuß führt durch die Umwandlung der Alpha- in Beta-Zellen zu einer Insulinproduktion. Die Pflanzeninhaltsstoffe binden an das Protein Gephyrin, das die Gaba-Rezeptoren aktiviert. Über zahlreiche biochemische Prozesse erfolgt schließlich die Umwandlung der Zelle. Ein Maus-Modell konnte zeigen, dass die Injektion von Gaba zum Zellumwandlung führt.
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