Stiko: Angepasste Empfehlungen zu Reiseimpfungen | APOTHEKE ADHOC
Gelbfieber, Corona & Co.

Stiko: Angepasste Empfehlungen zu Reiseimpfungen

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Berlin -

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Empfehlungen zu Reiseimpfungen aktualisiert. Es liegen neue Empfehlungen zu Gelbfieber, Hepatitis und Meningokokken vor. Auch für Covid-19 wurden weitere Empfehlungen aufgenommen.

Lebendimpfstoffe – Schwangerschaft und Stillzeit

Bei Lebendimpfstoffen besteht grundsätzlich eine Kontraindikation für die Verabreichung während der Schwangerschaft. Die Studienlage zum erhöhten Risiko von Fehlgeburten durch eine Gelbfieber-Impfung mit einem Lebensimpfstoff ist allerdings nicht eindeutig. So verweist das RKI auf eine Studie aus dem Jahr 1993, die bei versehentlich während eines Gelbfieberausbruchs geimpften Schwangeren ein erhöhtes Abortrisiko ab der 28. SSW festgestellt hatte. Gleichzeitig hätten neuere Studien kein erhöhtes Risiko feststellen können. „Die Indikation zur Impfung gegen Gelbfieber ist in der Schwangerschaft immer eine strenge Risiko-Nutzen-Abwägung“, so die Stiko.

Die Stiko passt die Impfempfehlungen für Gelbfieber-Impfungen bei stillenden Frauen an. „Aufgrund der bestehenden Kontraindikation für Säuglinge unter 6 Monaten sollte die stillende Mutter nicht geimpft werden, wenn der Säugling unter 6 Monate alt ist. Bei Säuglingen im Alter von sechs bis acht Monaten muss im Einzelfall entschieden werden. Ab dem Alter von 9 Monaten sollte bei bestehender Indikation der Säugling selbst geimpft werden.

Wichtig: Die Empfehlungen gelten nur für Gelbfieber-Lebendimpfstoffe. Impfungen gegen Mumps, Masern, Röteln und Varizellen können während der Stillzeit durchgeführt werden.

Meningokokken – Serogruppe B

Gegen folgende fünf Meningokokken-Gruppen sind Impfstoffe erhältlich: A, B, C, W, Y. Eine Impfung gegen den Untertyp-C wird standardmäßig von den Krankenkassen übernommen. Bislang gab es keine Impfempfehlung für Meningokokken der Serogruppe B. Bei Reisen in den sogenannten Meningitisgürtel (Mali, Äthiopien, Niger, Kenia, Gambia und weitere) sollten vor allem Säuglinge und Kleinkinder einen Impfschutz aufweisen. Die Stiko empfiehlt hier neu: Bei entsprechenden Empfehlungen der Zielländer soll zusätzlich zu einem Konjugatimpfstoff gegen die Serogruppen A, C,W und Y eine Immunsierung gegen die Serogruppe B erfolgen.

Covid-19-Impfung bei Personen mit Immundefizienz

Immer wieder wurde diskutiert, ob Menschen mit Immundefizienz sich mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen sollten. Da es sich bei den Vakzinen formal um einen Totimpfstoff handelt spricht sich die Stiko eindeutig für die Coronaschutzimpfung bei Personen mit Immundefizienz aus. Zwar könne es bei jeder manifesten Autoimmunerkrankung zu einem Erkrankungsschub im Rahmen von Infektionen oder auch Impfungen kommen, doch der Nutzen einer Impfung – gerade bei Patient:innen mit Immundefizienz – würden dem Risiko eines Schubs überwiegen, so die Stiko. „Auch wenn für andere Impfstoffe wie z. B. Nuvaxovid noch keine diesbezüglichen Studiendaten vorliegen, ist bei Totimpfstoffen generell nicht von einem erhöhten Sicherheitsrisiko auszugehen.“

Sonderfall CED: Personen mit Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn haben aufgrund einer möglicherweise bestehenden immunsuppressiven oder immunmodulatorischen Therapie ein höhers Risiko als gesunde Reisende einen schweren Verlauf einer impfpräventablen Infektionserkrankung zu erleiden. Reisemedizinische Totimpfstoffe können im Rahmen einer CED-Erkrankung laut Stiko eigentlich ohne Sicherheitsbedenken gegeben werden. Eine Vielzahl von Studien konnte bisher zeigen, dass durch Impfungen keine Krankheitsschübe ausgelöst werden. Im Hinblick auf die Covid-19-Impfung sei die Datenlage jedoch noch nicht ausreichend.

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