Seneszenz: Sars-CoV-2 lässt Zellen altern

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Berlin - Schwere Covid-Verläufe können in jeder Altersklasse auftreten. Ein Forscherteam der Charité hat nun herausgefunden, was dahinterstecken könnte: Demnach sorgt Sars-CoV-2 dafür, dass die Zellen der Atemwege und des Immunsystems in einen vorzeitigen Ruhezustand versetzt werden. Die Forscher:innen suchen bereits nach möglichen Therapieansätzen. Ihre Ergebnisse wurden im Fachjournal „Nature“ veröffentlicht.

Nimmt die Covid-Erkrankung einen schweren Verlauf, kann dies zu verschiedenen Komplikationen führen: Bei Betroffenen kommt es zu Thrombosen oder einem folgeschweren Zytokinsturm, welcher häufig zu einem Multiorganversagen mit Todesfolge führt. Als Auslöser für einen schweren Verlauf wurden bereits verschiedene Faktoren diskutiert. Forscher:innen der Charité um Professor Clemens Schmitt wollen nun einen entscheidenden Mechanismus identifiziert haben.

Seneszens: Wenn Zellen in Rente gehen

Sars-CoV-2 versetze erst die Zellen der Atemwege, später auch die Fresszellen des Immunsystems in einen vorzeitigen Ruhezustand, die sogenannte „Seneszenz“. Eigentlich tritt dieser Zustand erst bei einer Überalterung der Zellen ein, um sie vor einer Entartung und damit einer Krebsentstehung zu schützen. Die Folge sind Gewebeschäden und eine massive Ausschüttung von Entzündungs-Botenstoffen.

An Zellkulturen und Schleimhautproben aus Atemwegen und Lungen von Covid-Patient:innen hat das Team den Einfluss der Seneszenz bei der Covid-Infektion erforscht. Dabei zeigte sich, dass Sars-CoV-2 eine ganze Kaskade von Reaktionen auslöst. Dadurch entstehe eine lawinenartige Entzündungsreaktion, welche mit schweren Verläufen, Lungenentzündungen und einem Zytokinstum enden.

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