Nahrungsmittelallergien durch Kuhmilch?

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Berlin - Immer wieder stehen verschiedene Nahrungsmittel im Verdacht, die Entwicklung von Unverträglichkeiten begünstigen zu können. Eine japanische Studie zeigt nun, dass die Zufütterung von Kuhmilch in den ersten Lebenstagen von Säuglingen einen wesentlichen Einfluss auf die Entstehung von späteren Nahrungsmittelallergien haben könnte.

Die richtige Ernährung von Säuglingen stellt Eltern, Ärzte und Hebammen oft vor Herausforderungen: Während viele die reine Fütterung mit Muttermilch bevorzugen, kommt für andere Säuglinge nur hypoallergene Nahrung oder Spezialnahrungen in Frage. Je nach Problematik kann auch der Einsatz von tierischer Milch – wie beispielsweise Kuhmilch – in Erwägung gezogen werden. In Japan ist dies eine weit verbreitete Praxis. Doch Experten diskutieren die frühe Aufnahme von Kuhmilch als einen möglichen Auslöser für Nahrungsmittelllergien.

Ein Team der Medizinischen Universität Jikei in Tokio beschäftigte sich daher mit dem Thema und führte eine Studie durch. Für die Untersuchungen wurden 312 Neugeborene in zwei Gruppen aufgeteilt – alle Kinder hatten aufgrund einer familiären Prädisposition ein erhöhtes Risiko für eine Nahrungsmittelallergie. Die eine Gruppe erhielt zusätzlich zur Muttermilch in den ersten drei Lebenstagen etwas Kuhmilch – die verabreichte Menge lag bei weniger als fünf Milliliter pro Tag. Die andere Gruppe verzichtete komplett auf den Einsatz von Kuhmilch, bei Bedarf konnte jedoch eine Ersatzkost gefüttert werden.

Die Kinder wurden in den nächsten Jahren weiter beobachtet: Primärer Endpunkt war eine Sensibilisierung auf Kuhmilcheiweiß im Alter von zwei Jahren. Diese war definiert als eine IgE-Konzentration von 0,35 Allergen-Einheiten pro Milliliter. In der Gruppe ohne Kuhmilch-Fütterung traf dies auf 24 Säuglinge zu – das entspricht knapp 17 Prozent. Bei den Kindern, die in den ersten drei Lebenstagen Kuhmilch erhalten hatten, waren es mehr als 32 Prozent. Vier der nicht exponierten Kinder und 20 der exponierten Kinder entwickelten schließlich eine Nahrungsmittelallergie. Anaphylaktische Reaktionen waren bei einem Kind gegenüber 13 Kindern aufgetreten.

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