Morbus Crohn: Mesalazin nur noch eingeschränkt empfohlen

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Berlin -

Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn kann bis heute nicht geheilt werden. Die Therapie beinhaltet daher vor allem die Symptomlinderung. Außerdem sollen die beschwerdefreien Zeiten zwischen den Schüben verlängert werden. Eine neue S3-Leitlinie setzt nun neue Schwerpunkte – unter anderem was die Behandlung mit Mesalazin angeht.

Menschen mit Morbus Crohn können in ihrem Alltag massiv eingeschränkt sein: Am häufigsten betroffen sind der letzte Abschnitt des Dünndarms sowie der Anfang des Dickdarms. Die Erkrankung kann allerdings auch andere Bereiche des Verdauungstraktes beeinträchtigen – vom Mund bis zum Darmausgang. Es kommt zu Entzündungen in den entsprechenden Regionen, welche alle im Darm alle Schichten betreffen und Einwölbungen zur Folge haben. Der Verdauungsapparat kann dadurch nicht mehr wie gewohnt arbeiten. Es kommt zu den typischen Symptomen: Im akuten Schub treten plötzliche Durchfälle auf, die wochenlang andauern können. Außerdem reagiert der Körper durch die Entzündung mit Fieber und Abgeschlagenheit.

Leitlinie setzt neue Schwerpunkte

Die neue Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) zur Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn beinhaltet verschiedene Neuerungen. Ziel der Therapie ist nicht die alleinige klinische Remission, sondern eine steroidfreie Remission, eine normale Lebensqualität und eine Reduktion von Komplikationen. „Neu an dieser Leitlinie ist, dass wir die künstliche Trennung zwischen Chirurgie und Innerer Medizin aufgehoben haben“, erklärte Professor Dr. Andreas Stallmach vom Universitätsklinikum Jena, einer der Leitlinienkoordinatoren. Chirurgische Therapien seien keinesfalls das letzte Mittel der Wahl – in einigen Fällen wird die Resektion des betroffenen Bereichs als gleichwertig mit einer zielgerichteten Arzneimittel-Therapie betrachtet.

Außerdem soll der Ultraschall als Diagnostikum mehr in den Fokus rücken – sowohl bei der Erstdiagnose wie auch bei der Verlaufskontrolle. Denn verschiedene Studien hätten gezeigt, dass der Ultraschall gleichwertig zu CT und MRT ist. Für Patient:innen ist die Untersuchung jedoch wesentlich einfacher und angenehmer durchzuführen.

Mesalazin rückt in den Hintergrund

Änderungen gibt es auch in der Arzneitherapie: Seit Jahrzehnten wird unter anderem der Wirkstoff Mesalazin eingesetzt, der als Klassiker in der Behandlung gilt. Er gehört zur Gruppe der Aminosalicylate und hemmt Leukotriene und Interleukine, welche für die Entzündungen von großer Bedeutung sind. Durch die Therapie können Schübe der Darmerkrankung häufig abgemildert oder unterdrückt werden.

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