Jenapharm und das goldene Schirmchen

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Berlin -

Auf dem Markt für orale Kontrazeptiva sind zunehmend Generikahersteller aktiv. Marktführer Jenapharm hat sich nun eine Nische gesucht und wirbt derzeit mit dem Slogan „Ist die Pille wirklich die beste Wahl für mich?“ für die Langzeitverhütung – und sein Verhütungsschirmchen Jaydess (Levonorgestrel).

Auf der Webseite langzeitverhuetung.com werden Verhütungsschirmchen (Intrauterinsystem mit Wirkstofffreisetzung, IUS), Kupferspirale (Intrauterinpessar, IUD) und Implantate als Methoden der Langzeitverhütung sowie die Pille als Vergleich dargestellt. Insgesamt werden Langzeitverhütungsmethoden als zuverlässiger Schutz über mehrere Jahre beworben. Damit entfalle das tägliche „Dran-denken-müssen“.

Auch wenn die Seite im Ganzen informativ gehalten ist, kommt das Verhütungsschirmchen nicht nur auffällig gut weg, es wird auch optisch hervorgehoben – etwa durch die Farbgebung im Magenta der Website. Auch bei der Checkliste, was Frauen besonders wichtig ist, wird diese Methode in den Mittelpunkt gerückt. Weiter heißt es, die Verhütung erfolge östrogenfrei und wirke lokal in der Gebärmutter. Die Kupferspirale sei zwar auch hormonfrei, allerdings wirke Kupfer giftig auf das Sperma und die gegebenenfalls befruchtete Eizelle.

Ein Vorteil wird mit Blick auf die Monatsblutung hervorgehoben: Unter dem Verhütungsschirmchen gebe es mit der Zeit „leichtere, kürzere und seltenere sowie schmerzärmere Blutungen“, die sogar ganz ausbleiben können. Mit Blick auf die Kupferspirale wird hingegen vor nicht-bakteriellen Entzündungsreaktionen der Gebärmutterschleimhaut gewarnt, durch die die monatlichen Blutungen „oft dauerhaft stärker, länger und schmerzhafter“ würden.

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