Insomnie: Quviviq als neue Therapieoption | APOTHEKE ADHOC
Ein- und Durchschlafstörungen

Insomnie: Quviviq als neue Therapieoption

, Uhr
Berlin -

Ein- und Durchschlafstörungen quälen etwa sechs von 100 Menschen. Die schlechte Schlafqualität kann Betroffenen den Alltag zur Hölle machen und für Folgeerkrankungen sorgen. Mit Quviviq bringt Idorsia Pharmaceuticals bis Ende des Jahres ein Medikament zur Behandlung von Insomnie auf den Markt – mit einem völlig neuen Wirkstoff.

Die EU-Kommission hat dem neuartigen Schlafmittel mit dem Wirkstoff Daridorexant die Zulassung erteilt. In den USA ist Quviviq bereits seit Januar zugelassen. Aus dieser Wirkstoffklasse sind Suvorexant (Belsomra) und Lemborexant (Dayvigo) dort seit 2014 beziehungsweise 2019 verfügbar.

Hierzulande ist Daridorexant der erste Orexin-Rezeptorantagonist und blockiert im Gegensatz zu üblichen Schlafmitteln nur die Orexin-Rezeptoren. Orexin ist ein Neuropeptid, das auch unter dem Begriff Hypocretin bekannt ist. Der Botenstoff spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation von Schlaf und Wachsein. Nächtliche Signale, die zum Aufwachen führen, werden durch Daridorexant reduziert und ein besseres Durchschlafen garantiert. Die üblichen Hang-over-Effekte, welche bei dem Gebrauch von Benzodiazepinen und Z-Substanzen (Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon) auftreten, bleiben aus.

Leistung gesteigert

Anhand von klinischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Leistungsfähigkeit, von Patient:innen mit chronischer Insomnie am Tag verbessert wurde. Im Rahmen des Phase-III-Studienprogramms wurden insgesamt etwa 1850 Patient:innen in zwei Studien über drei Monate untersucht. Dabei waren etwa 40 Prozent der Proband:innen mindestens 65 Jahre alt. Befragt wurden die Teilnehmer:innen zu Schlafzeiten und deren Qualität sowie zum Befinden tagsüber.

Lange Einnahme problemlos

Daridorexant 25 mg und 50 mg konnte zur Verbesserung der Schlafergebnisse beitragen. Darüber hinaus steigerte Daridorexant 50 mg die Tagesaktivität gegenüber jener der Placebobehandelten. Da insgesamt ein gutes Sicherheitsprofil gezeigt werden konnte, eignet sich der Wirkstoff auch zur längeren Einnahme, ohne eine bei anderen Substanzen bekannte Abhängigkeit zu entwickeln. Missbrauch werde so vermieden. Auch ein Rebound-Effekt nach Absetzen der zum Teil zwölfmonatigen Einnahme konnte nicht beobachtet werden.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:

  • Schläfrigkeit bei 2 bis 3 Prozent der Proband:innen
  • Kopfschmerzen
  • Lähmungen im Schlaf in den ersten Wochen
  • Halluzinationen beim Einschlafen

Depressionen sind kontraindiziert

Patient:innen, die unter Narkolepsie leiden oder eine Hypersensibilität gegenüber dem Wirkstoff Daridorexant haben, dürfen Quviviq nicht einnehmen. Auch die gleichzeitige Einnahme starker CYP3A4-Inhibitoren ist kontraindiziert. Zudem sollten alkoholische Getränke während der Behandlungsdauer nur mit Vorsicht konsumiert werden. Vorsicht ist auch geboten bei Patient:innen mit psychiatrischen Komorbiditäten inklusive Depressionen.

Die empfohlene maximale Dosis für Erwachsene beträgt 50 mg. Das entspricht einer Filmtablette pro Nacht, die 30 Minuten vor dem Schlafen eingenommen werden soll. Dabei gibt es keine Altersbeschränkung.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Mehr zum Thema
Vakzin blockiert euphorischen Effekt
Fentanyl-Impfstoff gegen Opioid-Missbrauch »
Verzögert Ausbruch bei Typ-1-Diabetes
Neues Diabetes-Medikament in den USA zugelassen »
Mehr aus Ressort
Plätzchen, Glühwein und Gänsebraten
Fettleber: Adventszeit als Herausforderung »
Kaiserschnitt beeinflusst Mikrobiom
Vaginale Geburt bietet Vorteil »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
„Das Virus trifft auf Bevölkerung mit wenig Immunschutz.“
Corona-Experte: China braucht wirksamere Vakzine»
Mehr Antikörper durch bivalentes Vakzin?
Subtyp BQ.1.1: Die „Höllenhund“-Variante»
Plätzchen, Glühwein und Gänsebraten
Fettleber: Adventszeit als Herausforderung»
Kaiserschnitt beeinflusst Mikrobiom
Vaginale Geburt bietet Vorteil»
„So etwas habe ich noch nie erlebt“
1. Advent: Ansturm auf Apothekennotdienst»
Minderwertige Produkte ausgeliefert
Ramsch-Masken: Ermittlungen wieder aufgenommen»
„Pillen-Schock in der Apotheke“
Bild sammelt Lieferengpässe»
Ab Donnerstag als gebrauchsfertige Lösung bestellbar
Infectopharm bringt Glucosetoleranztest»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Kein Kalender: Kundin verklagt Apothekerin»
Apotheker kämpfen um Gärtnerei
Für PTA und PKA: Der Garten muss bleiben!»
„Aufgaben der PTA werden immer umfangreicher.“
PTA-Förderpreis: 18. Veranstaltung mit starker Resonanz»
Herzinfarkt, Schlaganfall & Nierenschäden
Diabetes als Risikofaktor»
B-Ausgabe November
90 Seconds of my life»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»
Schwangere sind nicht automatisch befreit
Retaxgefahr: Zuzahlung in der Schwangerschaft»
Mehrkosten, Belieferung & Heilung
Retaxgefahr: BG-Rezept»