Antibiotika-Einsatz

Glaeske fordert mehr Antibiogramme APOTHEKE ADHOC, 19.04.2019 12:54 Uhr

Vor Kurzem wurde der Einsatz von Fluorchinolonen weiter eingeschränkt. Die Breitbandantibiotika werden immer mehr zur Reserve, der Grund: Ciprofloxacin, Levofloxacin & Co. können möglicherweise irreversible und lang anhaltende Nebenwirkungen verursachen, die vor allem die Sehnen und das Nervensystem betreffen. Fluorchinolone sollen nicht mehr zur Prävention von rezidivierenden Infektionen der unteren Harnwege oder der Behandlung von leichten bis mittelschweren Infektionen – einschließlich unkomplizierter Zystitis – angewendet werden. Dennoch kam die Stoffgruppe 2017 bei mindestens 30 Prozent der Patienten mit einem Harnwegsinfekt zum Einsatz.

Ein Antibiogramm kann auch bei anderen Erkrankungen den zielgenauen Einsatz des Antibiotikums sichern. Als Beispiel nennt der BKK-Verband den Erkältungsschnupfen, der oft von Viren ausgelöst wird. Hier erhalten im Bundesdurchschnitt 13 Prozent der Betroffenen ein Antibiotikum. Verhaltener sind die Ärzte in Hessen, hier erhalten nur 7 Prozent der Patienten mit einem Erkältungsschnupfen ein Antibiotikum. Das Saarland liegt mit 17 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Etwa zwei Drittel der Verordnungen kommen von Fachärzten wie HNO- oder Kinder-Ärzten.

„Angesichts der medizinisch nicht erklärbaren Verordnungsunterschiede brauchen wir mehr Diskussion über regionale Erfolgsrezepte innerhalb der Ärzteschaft“, sagt Dr. Dirk Janssen, stellvertretender Vorstand des BKK-Verbands. Der Landesverband setzt sich für einen rationalen Einsatz von Antibiotika und der Durchführung von den in den medizinischen Leitlinien empfohlenen Testverfahren ein.

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