Größe der Atemwege entscheidend

COPD: Grund für Lungenschäden entdeckt Alexandra Negt, 12.06.2020 14:07 Uhr

Berlin - Die Lungenentwicklung kann erklären, warum einige Nichtraucher an COPD erkranken und einige starke Raucher nicht – zu diesem Schluss kommt eine amerikanische Studie: Ausschlaggebend für das Erkrankungsrisiko sei die Größe der Atemwege im Verhältnis zum gesamten Organ.

Raucher leiden häufiger als andere Patientengruppen unter COPD. Wer jahrelang Kette geraucht hat, der schädigt sein Lungengewebe so nachhaltig, dass oftmals eine chronische Krankheit daraus resultiert. Jeder dritte Fall tritt aber bei Menschen auf, die nie geraucht haben. Dieser Verteilung wollten die Wissenschaftler nachgehen, um zu verstehen, welche Faktoren jenseits exogener Noxen für die Krankheitsentstehung infrage kommen. „Diese Arbeit, die sich aus der sorgfältigen Analyse der Lungenbilder von COPD-Patienten ergibt, zeigt, dass eine abnormale Lungenentwicklung einen großen Teil des COPD-Risikos bei älteren Erwachsenen ausmachen kann“, sagte James Kiley, Direktor der NHLBI-Abteilung für Lungenkrankheiten.

Frühere Untersuchungen lieferten den Forschern einen Hinweis auf eine mögliche Ursache und ergaben, dass etwa die Hälfte der älteren Erwachsenen mit COPD zu Beginn des Lebens eine niedrige Lungenfunktion hatten. Pneumologe Benjamin Smith, Facharzt in der medizinischen Abteilung des Irving Medical Center der Columbia University in New York City, der an der Studie beteiligt war, erklärt das Phänomen wie folgt: „Wenn Menschen atmen, bewegen sie Luft durch ihre Atemwege, beginnend mit der Luftröhre. Diese verzweigt sich zu kleineren Atemwegen, die als Bronchien und Bronchiolen bezeichnet werden. Wenn Menschen wachsen, wird angenommen, dass sich ihre Atemwege proportional zu ihrer Lunge entwickeln. Bei einigen Menschen werden die Atemwege jedoch aus unklaren Gründen kleiner oder größer als erwartet.“

Um herauszufinden, ob kleine Atemwege die Ursache für COPD bei Menschen sein könnten, die nicht rauchten oder andere Risikofaktoren hatten, untersuchte ein von Smith geführtes Forscherteam Daten von mehr als 6500 älteren Erwachsenen – Raucher und Nichtraucher, mit und ohne COPD – die an drei Studien teilnahmen. Im Ergebnis entwickelten Teilnehmer mit kleineren Atemwegen im Verhältnis zur Lungengröße viel häufiger eine COPD als Teilnehmer mit größeren Atemwegen im Verhältnis zur Lungengröße. Raucher mit COPD hatten im Vergleich zur Lungengröße nie abnormal kleinere Atemwege. Starke Raucher ohne COPD wiesen stets größere Atemwege auf.

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