Psycholeptika

Buccolam: Risiko Verschlusskappe

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Berlin -

Tritt ein akuter Krampfanfall auf, muss es schnell gehen. Epileptikern kann Buccolam (Midazolam) als vorgefüllte Applikatorspritze verabreicht werden. Wird in der Notsituation die durchscheinende Verschlusskappe übersehen und vor der Anwendung nicht entfernt, besteht die Gefahr diese zu schlucken oder einzuatmen. Nun werden die risikominimierenden Maßnahmen verschärft.

In einem Rote-Hand-Brief informiert Hersteller Shire über entsprechende Vorsichtsmaßnahmen. Bereits im November wurde vor dem Risiko, das von den Applikationsspritzen ausgehen kann, gewarnt. Laut Hersteller bestätigten zwei Fälle das Eintreten der befürchteten Ereignisse – verschlucken oder aspirieren der durchscheinenden Verschlusskappe.

Apotheken werden dazu angehalten, Patienten, Eltern und Betreuer über das Risiko und eine notwendige Kontrolle vor der Anwendung zu informieren. Das Problem: beim Entfernen der roten Verschlusskappe, kann die durchscheinende Verschlusskappe auf der Spritzenspitze verbleiben –normalerweise wird diese zusammen mit der roten Kappe entfernt. Daher sollte vor der Anwendung der Spritze in der Mundhöhle darauf geachtet werden, dass das Überbleibsel nicht auf der Spritze verbleibt. Wenn doch, muss die Verschlusskappe manuell entfernt werden. Wird dies versäumt und besteht der Verdacht, dass die Kappe eingeatmet oder verschluckt wurde, sollte der Patient in die stabile Seitenlage gebracht werden. Anschließend ist darauf zu achten, dass die Verschlusskappe ausgespuckt wird. Von einem Entfernen mit dem Finger wird abgeraten.

Apotheken sollen daher das dem Rote-Hand-Brief beigefügte Informationsschreiben an die Eltern weitergeben. Künftig ausgelieferte Packungen des Arzneimittels werden die Anweisungen enthalten.

Buccolam ist zur Behandlung länger anhaltender, akuter Krampfanfälle bei Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendliche zwischen drei Monaten und 18 Jahren indiziert. Das Arzneimittel darf nur angewendet werden, wenn vom Arzt eine Epilepsie diagnostiziert wurde. Betroffene im Alter zwischen drei und sechs Monaten sollten nur in der Klinik mit Buccolam behandelt werden.

Das Midazolam-haltige Arzneimittel wird in der Mundhöhle angewendet. Die Wange des Kindes wird vorsichtig mit Zeigefinger und Daumen gefasst und zurückgezogen. Das Spritzenende muss in den hinteren Teil des Zwischenraums zwischen Wange und Zahnfleisch des Unterkiefers eingeführt werden, dann kann der Spritzenkolben langsam bis zum Anschlag heruntergedrückt werden. Die gesamte Menge der Lösung muss langsam in den Zwischenraum zwischen Zahnfleisch und Wange eingebracht werden. Bei größeren Mengen oder kleineren Patienten kann – nach ärztlicher Anweisung – die Hälfte der Dosis in je eine Seite der Mundhöhle eingebracht werden.

Das Benzodiazepin-Derivat besitzt angstlösende, dämpfende und krampflösende Eigenschaften, die auf einer Bindung an GABA-Rezeptoren beruhen.

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