Psycholeptika

Buccolam: Risiko Verschlusskappe APOTHEKE ADHOC, 19.01.2018 15:45 Uhr

Berlin - Tritt ein akuter Krampfanfall auf, muss es schnell gehen. Epileptikern kann Buccolam (Midazolam) als vorgefüllte Applikatorspritze verabreicht werden. Wird in der Notsituation die durchscheinende Verschlusskappe übersehen und vor der Anwendung nicht entfernt, besteht die Gefahr diese zu schlucken oder einzuatmen. Nun werden die risikominimierenden Maßnahmen verschärft.

In einem Rote-Hand-Brief informiert Hersteller Shire über entsprechende Vorsichtsmaßnahmen. Bereits im November wurde vor dem Risiko, das von den Applikationsspritzen ausgehen kann, gewarnt. Laut Hersteller bestätigten zwei Fälle das Eintreten der befürchteten Ereignisse – verschlucken oder aspirieren der durchscheinenden Verschlusskappe.

Apotheken werden dazu angehalten, Patienten, Eltern und Betreuer über das Risiko und eine notwendige Kontrolle vor der Anwendung zu informieren. Das Problem: beim Entfernen der roten Verschlusskappe, kann die durchscheinende Verschlusskappe auf der Spritzenspitze verbleiben –normalerweise wird diese zusammen mit der roten Kappe entfernt. Daher sollte vor der Anwendung der Spritze in der Mundhöhle darauf geachtet werden, dass das Überbleibsel nicht auf der Spritze verbleibt. Wenn doch, muss die Verschlusskappe manuell entfernt werden. Wird dies versäumt und besteht der Verdacht, dass die Kappe eingeatmet oder verschluckt wurde, sollte der Patient in die stabile Seitenlage gebracht werden. Anschließend ist darauf zu achten, dass die Verschlusskappe ausgespuckt wird. Von einem Entfernen mit dem Finger wird abgeraten.

Apotheken sollen daher das dem Rote-Hand-Brief beigefügte Informationsschreiben an die Eltern weitergeben. Künftig ausgelieferte Packungen des Arzneimittels werden die Anweisungen enthalten.

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