Beipackzettel: Apotheker planen Pilotstudie | APOTHEKE ADHOC
Patienteninformation

Beipackzettel: Apotheker planen Pilotstudie

, Uhr
Berlin -

Beipackzettel sind ein ewiges Ärgernis: Die Schrift ist häufig zu klein, die Texte sind für viele Patienten nur schwer verständlich und für die Falttechnik wünscht man sich oft einen Origamikurs. Eine saarländische Initiative will zumindest in Sachen Verständlichkeit Abhilfe schaffen.

Kammerpräsident Manfred Saar sagt: „Es ist seit Langem klar, dass etwas geschehen muss. Wir finden die Idee gut, nach dem Vorbild beim Kauf einer Küchenmaschine oder eines Smartphones Medikamentenpackungen eine Schnellanleitung beizulegen.“ Lesen, Bescheid wissen, Einnehmen.

Eine gute Idee, fanden auch das saarländische Gesundheitsministerium, die IKK Südwest, die Universität des Saarlandes und die vor Ort ansässigen Hersteller Kohlpharma, Ursapharm und Dr. Theiss. Sie unterstützen im Rahmen einer Pilotstudie zur Verbesserung der Lesbarkeit der Packungsbeilagen. Im Idealfall sollen die Patienteninformationen der 30 gängigsten Arzneimittel untersucht werden.

Thorsten Lehr, Juniorprofessor für Klinische Pharmazie, hat mit seinen Studenten eine kleine, nicht repräsentative Studie durchgeführt. „Er hat mit relativ wenigen Probanden getestet, wie man die Beipackzettel verbessern könnte. Die Teilnehmer, Familienmitglieder und Freunde, haben Beipackzettel gelesen und Verbesserungsvorschläge gemacht“, erläutert Saar. Zusätzlich wurden mit Hilfe eines Computerprogramms die Texte optimiert.

Bei der Ministudie kam der „Hohenheimer Verständlichkeitsindex“ zum Einsatz, eine Technik, die die Lesbarkeit von Texten vereinfacht. „Oft reicht es, Sätze umzustellen, um die Verständlichkeit zu erhöhen. Dabei muss aber mit den Herstellern geklärt werden, ob die neue Fassung noch alle juristischen Vorschriften erfüllt.“

Derzeit errechnen die Studienpartner, wie viel Geld benötigt wird. „Wir hoffen, dass wir Mittel aus europäischen Fonds bekommen. Alle Beteiligten müssen Geld für ihre Leistung bekommen und zumindest kostendeckend arbeiten können. Man kann das nicht für ein ‚Dankeschön‘ machen“, sagt Saar. Eine Möglichkeit wäre, dass Patienten Fragebögen ausfüllen und diese in der Apotheke abgeben.

Parallel könnte auch die Frage geklärt werden, ob bei besserer Verständlichkeit eines Beipackzettels auch die Arzneimittel-Therapiesicherheit (AMTS) steige. „Mit dieser Frage hat sich noch nie jemand so richtig beschäftigt.“ Sobald die Finanzierung steht, wollen die Partner loslegen: „Das Ergebnis könnte innerhalb eines Jahres vorliegen.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Zuckermodifikation als Therapie
Darmkrebs: Resistenzmechanismus entdeckt »
Welche Maske schützt besser?
FFP2 vs. OP: Schutzwirkung im Vergleich »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Corona-Impfstoff mit Auslieferungsschwierigkeiten
VidPrevtyn Beta: Sanofi kann nicht liefern»
Nach Protesten der Bevölkerung
China lockert Null-Covid-Strategie»
GSK, Sanofi und Pfizer
Zantac-Klagen abgeschmettert»
Per Fragebogen zum Medikament
Online-Rezept von Amazon»
WHO vergibt neuen Namen
Mpox statt Monkeypox»
Husten, Schnupfen, Halsschmerzen
RSV: Was gehört in die Hausapotheke?»
Erkältung, Grippe & Corona
Starke Schleimhäute, gute Abwehr»
Blähungen, Krämpfe und Völlegefühl
Wacholderöl: Linderung für Magen und Darm»
A-Ausgabe Dezember
90 Seconds of my life»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Schwangere sind nicht automatisch befreit
Retaxgefahr: Zuzahlung in der Schwangerschaft»
Mehrkosten, Belieferung & Heilung
Retaxgefahr: BG-Rezept»
Schlüsselrolle bei wichtigen Stoffwechselfunktionen
Hautvitamin B2: Vorstufe von Coenzymen»
Trockene Haut, Rötungen und Entzündungen
Handekzeme: Ursache, Symptome, Behandlung»