Schaun mer mal!

WM-Überlebenstipps für Fußballmuffel

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Berlin -

Deutschland ist im Fußball-Fieber. Das grassiert natürlich auch in den Offizinen. Medizin gibt es dagegen keine. Und was machen eigentlich Menschen, denen Elfmeter, Abseits und Besserwisserei auf die Nerven gehen? Abtauchen, auswandern? Leiden oder bluffen? Hier sind die besten Tipps, wie man die WM übersteht, wenn man sich Null zu Null dafür interessiert.

Wenn alle Kollegen begeistert Fußball gucken und man selbst nicht, fühlt man sich schnell als Außenseiter. Das kann man ertragen oder kultivieren! Der wichtigste Tipp: In jeder gut sortierten Apotheke gibt es Ohrstöpsel. Am besten gleich drei Packungen kaufen. Wenn Sie keine neuen Freunde suchen und Ihren Intellekt unter Beweis stellen möchten, reicht das lässige Zitieren des Kabarettisten Volker Pispers: „Der Fußballer ist der Beweis, dass man es ohne ein Gramm Hirn zu einem Ferrari bringen kann!“

Vorsicht: Eignet sich nicht für die Kommunikation in der Kneipe oder beim Public Viewing. Und wenn die Kollegen gerade gebannt auf den Bildschirm starren, sollte man sich auf knappe Einschätzungen wie „Ecke!“ oder „Foul!“ beschränken. Auch der Beckenbauer-Satz „Schaun mer mal“ ist nie verkehrt. Dann sehen wir nämlich schon.

Wenn Sie sich nicht für das sinnlose Jagen erwachsener Menschen eines kleinen Balles interessieren, aber trotzdem keine Spaßbremse sein möchten: Mit diesen Sprüchen punkten Sie in der Offizin, obwohl Sie keine Ahnung von Fußball haben. Das machen die anderen auch nicht anders. „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ ist ebenso geistreich wie „Je länger das Spiel dauert, desto weniger Zeit bleibt“ (Marcel Reif) oder „Wir dürfen jetzt nicht den Sand in den Kopf stecken“ (Lothar Matthäus). Alles Klassiker der Expertenszene. Und wenn alle „Abseits!“ schreien, schreien Sie mit. Irgendeiner wird die schwierigen Regeln schon kennen.

Die Kollegen sagen sehnsüchtig, dass Sie jetzt gerne in Russland wären? OMG. Einem Fußballmuffel jagt die Vorstellung, mit zehntausenden Fremden im Stadion zu schwitzen, Angstschauer über den Rücken. Wer etwas von Pharmazie versteht, hat sofort Schreckensbilder vor Augen: Die Keime, die Viren, in so einem Stadion vereinen sich unsichtbare Bedrohungen aus aller Welt zu einem gefährlichen Cocktail. Buchen Sie also auf keinen Fall Last Minute-Reisen an WM-Orte. Sotschi ist auch im Herbst noch schön.

Wenn doofe Sprüche nicht Ihr Fall sind, können Sie sich in die Herzen der Offizin-Kollegen schmieren: Geht ganz einfach mit Schnittchen. Das kulinarische Relikt aus den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist ideal, denn sie sind schnell zubereitet und da Fußball aufregend ist, braucht der Körper Nervennahrung. Am schnellsten gehen süße Schnittchen: Weißbrot in kleine Rechtecke schneiden, Nutella drauf, eine einzelne Haselnuss symbolisiert den Fußball (etwaige Allergien im Kollegenkreis beachten).

Jetzt gleich rot im Kalender anstreichen: 15. Juli. Das ist der letzte WM-Tag. Danach herrscht endlich wieder Ruhe in der Offizin. Und das Schwarz-Rot-Gold-Schminken hat ein Ende.

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