In Chemnitz wurde eine Apotheke verunstaltet. Unbekannte übersprühten das Logo und entfernten den Buchstaben „M“ aus der Leuchtreklame über der Tür. So wurde aus Mohren-Apotheke kurzerhand Ohren-Apotheke. Linksradikale hätten sich bereits zur Tat bekannt, heißt es laut einer Internetplattform.
In der Nacht zu Mittwoch wurde die Mohren-Apotheke Ziel von Vandalismus. So sollen unbekannte Täter mit schwarzen Graffiti das M im Namen der Apotheke übersprüht haben. Ebenso soll der Buchstabe aus der Leuchtreklame über der Tür entfernt worden sein.
Auch die Schaufenster der Apotheke blieben nicht verschont. Deutlich erkennbar seien auf das Glas Skizzen von Ohren gesprüht worden. Es sei ein Sachschaden in Höhe von rund 1500 Euro entstanden.
Auf der Plattform Indymedia heißt es anonym: „In der Nacht zum 11. März wurde in Chemnitz auf den rassistischen Namen einer Apotheke im Stadtteil Bernsdorf aufmerksam gemacht.“ Und weiter: „Statt rassistische Fremdbezeichnungen groß an eine Hausfassade zu hängen, könnte man auch seine Lauscher aufsperren und Betroffenen von Rassismus zuhören“, so der Verfasser.
Schließlich sei das M-Wort eine „rassistische Fremdbezeichnung für Schwarze Menschen“ und wurde „zunächst mit dem Bild einer Person verbunden, die weißeMenschen bediene“. Heute verdeutliche es eine kolonialistische Erinnerungskultur. „Der Name hat das Sinnbild von Schwarzen Menschen als Eigentum“, heißt es weiter. „Auch in der Rassenlehre in der NS-Zeit wurde das Wort aufgegriffen. Wie schwer kann es sein, sich davon zu trennen?“, fragt der unbekannte Verfasser.
Man sei wütend über die „Ignoranz in der Gesellschaft“ und verstehe nicht, wieso an diesem Namen festgehalten werde. „Vielleicht braucht es Inspiration“, fragt der Verfassser. „Neben unserem Ohrschlag an der Hausfassade, haben wir noch bessere alternativen Namen in petto.“ So würden laut dem Unbekannten Tiernamen süß und Pflanzennamen gesund klingen. „Flußkrebs-Apotheke oder Löwenzahn-Apotheke“ sind zwei der gesammelten Namensvorschläge.
Zum Abschluss: „Wir hoffen, wir konnten helfen und müssen bald keine rassistischen Bezeichnungen mehr sehen, wenn wir dringend Ohrentropfen besorgen müssen.“ Die Kriminalpolizei ermittelt bereits in dem Fall.