APOTHEKE ADHOC Umfrage

„Apotheker haben auch schöne Beine“

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Berlin -

Der Sommer wirft bei Apothekenmitarbeitern Fragen auf: Kittel oder kein Kittel? Geht ein ärmelloses Oberteil? Kurze Hose, ja oder nein? Wenn ja, wie kurz darf die Hose sein? Tatsächlich gilt: Ob Angestellte auf den Kittel verzichten und dafür in kurzen Hosen und Sandalen antreten dürfen, entscheidet der Chef. Die Mehrheit der Teilnehmer einer Umfrage von APOTHEKE ADHOC ist sich aber einig: Nackte Beine in der Offizin sind kein Tabu.

Die Lockerung der Kleiderordnung ist für 42 Prozent der Befragten überhaupt kein Problem: Klar könne man in der Apotheke kurze Hosen tragen, finden sie: „Apotheker haben auch schöne Beine“. Nicht überschwänglich, aber verständnisvoll, reagierten 38 Prozent der Umfrageteilnehmer: Das Tragen von Sommerkleidung sei nachvollziehbar, auch die Arbeit müsse schließlich erträglich bleiben.

Keine Akzeptanz finden nackte Beine am HV-Tisch bei 18 Prozent der Teilnehmer. „Apotheker ist nicht Baggersee“, antworteten 13 Prozent. 5 Prozent waren der Meinung, kurze Hosen seien schon aus Sicherheits- und Hygieneaspekten nicht zu vertreten. 2 Prozent hatten keine Meinung. Am 7. und 8. Juli nahmen 239 Personen an der Umfrage teil.

Die Apothekergewerkschaft Adexa fordert in Apotheken ein Klima, das die Konzentrationsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) sieht für Lagerräume maximal 25 Grad vor. Laut Arbeitsstättenverordnung liegt der Grenzwert überall dort, wo Menschen arbeiten, bei 26 Grad.

Wenn es sehr heiß ist, gelten aus arbeitsrechtlicher Sicht Ausnahmen. Der Inhaber müsse dann dafür sorgen, dass am Arbeitsplatz ein Unterschied von sechs Grad im Vergleich zur Außentemperatur bestehe, so die Adexa. Generell könne aber keine bestimmte Kühlungsart eingefordert werden.

Die ideale Arbeitsplatztemperatur liegt laut Gewerkschaft zwischen 20 und 22 Grad. Mit jedem Grad mehr sinken Konzentration und Leistungsfähigkeit der Angestellten um etwa 5 Prozent. Bereits bei 28 Grad ist die Leistungsfähigkeit um nahezu ein Drittel reduziert, bei 33 Grad beträgt sie nur noch 50 Prozent.

Große Schaufenster könnten mit Jalousien abgedunkelt werden, oder man könnte Ventilatoren aufstellen. Der Findigkeit der Apothekenleiter sind hier keine Grenzen gesetzt. Haben Mitarbeiter weiterhin Probleme mit der Hitze, sollten sie den Chef direkt ansprechen, rät die Gewerkschaft. Notfalls müssten sich die Angestellten, die unter Kreislaufbeschwerden oder massiven Konzentrationsproblemen litten, krankschreiben lassen.

Die Arbeitskleidung sei nicht explizit geregelt, heißt es von der Adexa. Inhaber müssten selbst entscheiden, ob sie im Sommer auf einen Kittel, lange Hose oder geschlossen Schuhe wert legten.

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