Täter lauerten am Geldautomaten

Überfall: Reifen zerstochen, 50.000 Euro weg

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Berlin -

In Berlin sind die beiden Automaten der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) immer mal wieder defekt. „Es gibt nur diese zwei Standorte in Berlin, wo man sein Bargeld auch direkt einzahlen kann“, berichtet eine Inhaberin. Als sich ihr Mann bereits das dritte Mal mit den Tageseinnahmen auf den Weg machte, wurde ihm im Parkhaus aufgelauert. „Man hat ihm den Reifen zerstochen und ihn später abgefangen, um ihn auszurauben.“

In Berlin sei es seit Wochen wegen ständig defekter Kassenautomaten der Apobank so gut wie unmöglich, die Tageseinnahmen einzuzahlen. Das berichtet eine Inhaberin aus Berlin. Weil sie mehrere Apotheken leitet, hat sie dementsprechend hohe Summen, die regelmäßig in bar eingezahlt werden. „Letztmalig ist es mir am 13. Dezember gelungen“, erklärt sie.

Drei Wochen lang keine Einzahlung möglich

Seitdem sei ihr Mann beide Standorte bereits mehrfach angefahren. „Er war kurz vor Heiligabend dort und zwischen den Jahren. Am 5. Januar hat er erneut versucht, die Einnahmen von mittlerweile drei Wochen einzuzahlen“, berichtet die Inhaberin. Der Betrag habe bei etwa 50.000 Euro gelegen.

Da sich der Kassenautomat in der Parkgarage des Bankgebäudes befinde, sei er dort mit dem Auto reingefahren. „Er ist dann zum Kassenautomaten gegangen, aber dieser war immer noch defekt“, beschreibt sie. „Deswegen ging er zurück zum Auto und fuhr los.“ Nach etwa 200 Meter bemerkte er, dass sein Auto ständig ausbrach und die Lenkung schwerfällig war. „Er stieg aus, um das Problem ausfindig zu machen“, so die Inhaberin. „Er stellte einen Platten am Hinterreifen fest.“

Radfahrer stiehlt Geldtasche

Diesen kurzen Moment nutzte ein Fahrradfahrer: „In genau diesem Augenblick fuhr er vorbei, riss die Beifahrertür auf und die Geldtasche an sich“, ärgert sich die Inhaberin. „Er haute damit einfach ab.“

Ihr Mann rief daraufhin sofort die Polizei. „Die Beamten konnten dann feststellen, dass man ihm in der Parkgarage einen Reifen zerstochen hatte“, so die Inhaberin. Mehr noch: „Jemand war meinem Mann von dort aus wohl per Fahrrad gefolgt. Dazu liegt eindeutiges Bildmaterial vor.“ Die Tat und auch der Täter seien darauf eindeutig erkennbar, sodass nun nach dem Verdächtigen gefahndet werde.

Wahrscheinlich Trickbetrug

Die entscheidende Frage sei in diesem Fall, ob es sich um Trickbetrug handele, so Michael Jeinsen, Versicherungsexperte. „Sicher ist, dass es Trickdiebstahl war. Ob das Zerstechen des Reifens eine Gewaltanwendung gegen den Fahrer darstellt, wird aktuell diskutiert“, so Jeinsen. Dies sei „notwendige Bedingung“ für Raub. „Die Tendenz ist leider eher negativ.“

Bei der Apobank weiß man nichts vom Überfall. „Uns ist der Vorfall so nicht bekannt“, so eine Sprecherin. Aber: „Es gab über den Jahreswechsel temporäre Ausfälle. Das kann immer mal wieder vorkommen.“ Es gebe in solchen Situationen für Inhaberinnen und Inhaber auch die Möglichkeit, gegen ein Entgeld das Bargeld in der Apotheke abholen zu lassen, erklärt die Sprecherin.

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