„Der Spaßfaktor wird immer geringer“

Trotz Pfefferspray: Apotheker schmeißt Räuber raus

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Berlin -

Die Schloss-Apotheke in Göppingen hatte gerade geöffnet, als ein unbekannter Mann durch die Offizin in das Backoffice kam. Dort war der Inhaber aufgestanden, um in den Verkaufsraum zu gehen. Als er auf den Mann traf, ahnte er schnell, dass es sich um einen Überfall handelte.

Um 8 Uhr morgens betrat der Täter vergangene Woche am Dienstag die Apotheke. In der Offizin war noch keine Angestellte und der Chef wollte gerade nach vorne, weil er Kundschaft gehört hatte. Als er den Mann sah, war schnell klar, dass er kein Rezept einlösen wollte: „Er hat etwas Unverständliches in gebrochenem Deutsch gesagt und ich habe schnell realisiert, dass er keine guten Absichten hatte. Ich wollte ihn rausbringen“, sagt Dr. Dietmar Müller.

Plötzlich zückte der Mann Pfefferspray und verletzte den Apotheker. „Da geht einem schon das Adrenalin hoch“, sagt der Inhaber. Von der Attacke ließ er sich aber nicht aufhalten: „Ich habe ihn in die Flucht geschlagen.“ Das Spray habe gebrannt wie Feuer. „Das ist schrecklich.“ Ärgerlich sei gewesen, dass er die Apotheke im Anschluss für eine kurze Zeit schließen musste, um die Dämpfe des Sprays wegzulüften.

Der Raub habe ihn eher wütend gemacht, als einen Schreck versetzt. Ob der Mann Geld oder Arzneimittel wollte, wisse er nicht. Erst vor zwei Wochen sei in der Apotheke eingebrochen worden. 40 Jahre führt Müller den Betrieb. In dieser Zeit wurde viermal in den Betrieb eingebrochen und es gab zwei Überfälle. Eigentlich müsse er den Betrieb schließen, räumt er ein. „Ich mache es noch, weil es Spaß macht. Wobei der Spaßfaktor immer geringer wird.“

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