Stiftung für Arzneimittelsicherheit

Stadler: Transportschäden auf der Spur

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Berlin -

Apotheker Dr. Franz Stadler will die Arzneimittelsicherheit fördern. Gemeinsam mit seiner Frau Beatrix, die ebenfalls Apothekerin ist, hat er eine Stiftung gegründet. In einem ersten Projekt will der Pharmazeut untersuchen, ob der Transport monoklonaler Antikörper deren Wirkung beeinflusst.

Die gemeinnützige „Stiftung für Arzneimittelsicherheit“ will sich um alle Aspekte rund um das Thema widmen. Unbürokratisches Vorgehen soll die behördlichen Aufgaben komplementär ergänzen und unterstützen. „Die Behörden haben ein Standardrepertoire, alles darüber hinaus wird nicht geprüft“, sagt Stadler. Die Ergebnisse der Stiftung sollen den zuständigen Stellen gemeldet und publiziert werden.

Die Projekte werden vom Stiftungsbeirat ausgewählt. Dem Gremium gehören neben Stadler Professor Dr. Franz-Josef Bormann von der Universität Tübingen, Professorin Dr. Ulrike Holzgrabe von der Universität Würzburg, Apothekerin und Sanacorp-Vorständin Karin Kaufmann und Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz von der Universität Frankfurt am Main an.

Im ersten Projekt soll es um mögliche Schäden beim Transport von monoklonalen Antikörpern gehen, ausgelöst etwa durch Stöße oder Erschütterungen. „Es gibt keine Studien, was mechanischer Stress für die Zubereitungen bedeutet“, sagt Stadler. Mit Hilfe einer Transportsimulation soll herausgefunden werden, ob es biochemische Veränderungen gibt. „Viele Bereiche beim Thema Arzneimittelsicherheit liegen außerhalb des Blickfelds der Zulassungsbehörden.“ Der Beirat muss noch abschließend über das Projekt entscheiden.

 

Die Stiftung für Arzneimittelsicherheit möchte mit der Förderung von Projekten dazu beitragen, die Arzneimittelsicherheit wieder zu einem Kernthema des Berufsstandes zu machen. „Als Apotheker sind wir hauptverantwortlich für das Thema Arzneimittelsicherheit und müssen uns darum kümmern“, so Stadler. Die Stiftung soll Anlaufstelle für Praktikerinnen und Praktiker und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sein.

Jedermann soll Anträge einreichen, die im Stiftungsbeirat bewertet und gegebenenfalls finanziell gefördert werden. Auch Vortragsreihen für die Aufklärung der Bevölkerung seien geplant. Die Stiftung finanziert sich durch Spenden. Stadler unterstützt den Start mit Privatmitteln aus dem Verkauf seiner Sempt-Apotheke in Erding, zu der auch ein Zytolabor gehört. „Wir haben einen erheblichen Betrag investiert.“

Der Apotheker veröffentlichte im vergangenen Jahr das Buch „Medikamenten Monopoly“, in dem er sich eingehend mit dem deutschen Arzneimittelmarkt auseinandergesetzt hat. „Während des Schreibens ist mir aufgefallen, dass es keine private Prüfung von Arzneimittelsicherheit gibt“, sagt er. Das Buch ist ein großer Rundumschlag. Die Kapitel sind – im Monopoly Style – als Spiele gelidert. Es geht um Lieferengpässe, Wucher, Fälschungen und fehlende Kontrolle.

 

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