Pferdeblut für Schweinezucht

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Berlin - Schwangere Pferde bilden ein bestimmtes Hormon, welches zur Geburtenregulierung in der Schweinezucht eingesetzt werden kann. Gewonnen wird das Blut in einem Gestüt in Thüringen. Tierschützer kritisieren die Methode, da trächtige Pferde kein Blut geben dürfen. Das zuständige Ministerium überprüft momentan den Fall.

In einem Thüringer Gestüt wird trächtigen Stuten Blut zur Herstellung eines umstrittenen Hormonpräparats abgezapft. Das Thüringer Gesundheitsministerium und das betroffene Gestüt in Meura, erklärten, dass die Methode dort schon länger angewandt und den entsprechenden Behörden bekannt sei. Zuvor hatte die „Animal Welfare Foundation“ (AWF) über die Methode dort informiert und sie kritisiert. Der Tierschutzverein arbeitete auch mit dem Fernsehmagazin „Fakt“ zusammen. Einen entsprechenden Beitrag sendete die ARD am Dienstag. Das Blut wird für die Herstellung des Hormons „Pregnant Mare Serum Gonadotropin“ (PMSG) genutzt. Es wird in der Schweinezucht eingesetzt.

Im Betrieb werde aus dem Blut ein Serum als Rohstoff für die Wirkstoffherstellung gewonnen, erklärte die Gestütinhaberin Anke Sendig. Der Prozess sei nicht als Tierversuch einzustufen und daher weder anzeige- noch genehmigungspflichtig. „Wir machen ja nichts Verwerfliches, die Stuten werden ständig überwacht“, sagte Sendig. „Auf dem Rücken und mit dem Leid der Stuten wird ein lukratives, millionenfach in der Agrarindustrie eingesetztes Medikament produziert, dass in der industriellen Landwirtschaft für Profite sorgt“, teilte York Ditfurth von AWF mit. Der Verein kritisiert unter anderem, dass die Methode gegen Leitlinien des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit verstoße. Demnach dürfen Stuten etwa nicht trächtig sein, wenn sie Blut spenden sollen. Warum der Betrieb trotzdem Blut bei den schwangeren Tieren nehmen darf, gehört zu den Fragen, die das Ministerium prüft.

Nach Einschätzung Sendigs gelten diese Leitlinien zur Gewinnung, Lagerung, Transport und Verabreichung von Blut und Blutprodukten aber nicht für den Anwendungsbereich der Rohstoffgewinnung. „Alles was wir tun, erfolgt unter tierärztlicher Überwachung. Wir halten alle Vorschriften der Tierschutzgesetze ein“, so Sendig. Zudem werde längst nicht jede der 100 Zuchtstuten im Betrieb für Blutgewinnung eingesetzt. Es werde genau überprüft, welche Tiere sich dafür eigneten. „Vielen denken jetzt, dass wir uns nicht richtig um die Tiere kümmern, aber das ist einfach nicht wahr“, sagte Sendig. Sie erklärte auch, dass die Blutgewinnung eines der wirtschaftlichen Standbeine des Gestüts sei.

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