Häusliche Gewalt

Misshandlungsopfer vertraut sich Apothekenpersonal an APOTHEKE ADHOC, 12.09.2017 11:10 Uhr

Berlin - Persönlicher Kontakt, Zuwendung und Vertrauen: Wenn es um die Bedeutung der Vor-Ort-Apotheken geht, ist die Nähe zu Patienten eines der wichtigsten Argumente. Eine Geschichte aus Günzburg zeigt, dass diese Werte nicht nur plakativ zur eigenen Existenzberechtigung benutzt, sondern tatsächlich gelebt werden. In der bayerischen Kleinstadt erlebt eine Frau ein jahrelanges Martyrium. Bis sie sich dem Personal einer Apotheke anvertraute.

Die 35-Jährige wurde einem Bericht der Augsburger Allgemeinen Zeitung nach über Monate hinweg von ihrem Verlobten körperlich schwer misshandelt. Seit etwa 15 Jahren sollen das Opfer und der Täter liiert gewesen sein, seit 2010 wohnten sie in einer gemeinsamen Wohnung. Dort sollen im November 2014 die massiven Misshandlungen begonnen haben. Nun landete der Fall vor Gericht.

Als Zeugin sagte das Opfer aus, ihr damaliger Verlobter habe ihr unterstellt, dass sie fremd gehe, berichtet die Regionalzeitung. In dieser Zeit soll es zu ersten Schlägen gekommen sein. Doch dabei sei es nicht geblieben. Schon bald sei der Mann richtig ausgerastet sein, soll seine Verlobte „grün und blau“ geschlagen haben. Damit aber nicht genug, zog sie der Mann dermaßen heftig an den Haaren, dass sie später ausfielen und die 35-Jährige heute eine Perücke tragen muss.

Als die Frau vorsichtshalber ins Krankenhaus ging, weil sie eine Gehirnerschütterung befürchtete, sagte sie damals aber nichts von den Schlägen, sondern gab als Ursache einen Fahrradunfall vor, schreibt die Augsburger Allgemeine. Weil der Mann sich nach der Tat unter Tränen bei ihr entschuldigt haben soll, ging sie auch nicht zur Polizei.

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