„Wir mussten unsere Apotheke zurücklassen“

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Berlin - Das Apothekerehepaar Haitham und Najwa Roumia ist im vergangenen Dezember mit seiner kleinen Tochter aus Syrien geflüchtet. Als Angehörige der christlichen Minderheit im Land fürchteten sie um ihr Leben. In Deutschland angekommen, bewarben sie sich in zehn Apotheken um einem Praktikumsplatz – und wurden zehn Mal abgelehnt. Mit der elften Bewerbung hatten sie schließlich Erfolg: Dirk Vongehr, Inhaber der Kölner Paradies-Apotheke, gab den beiden eine Chance.

Im Dezember sei ihre die Apotheke in Damaskus konfisziert worden, berichtet Haitham Roumia. Er wurde drei Tage im Gefängnis festgehalten, konnte aber seine Freilassung aushandeln. Danach war für ihn klar, dass er sein Heimatland verlassen müsse. „Meine Frau hatte nicht nur in unserer Apotheke, sondern auch als Produktspezialistin für ein französisches Pharmaunternehmen gearbeitet“, erklärt Roumia. Seine Familie habe auf diesem Weg ein Schengen-Visum für Frankreich erhalten, mit dem sie nach Deutschland einreisen konnte.

Dort seien sie zunächst in der Nähe Dortmunds in einem Flüchtlingslager untergekommen. Gemeinsam mit einer deutschen Betreuerin suchten sie nach Praktikumsplätzen in Apotheken. „Wir sind in zehn Apotheken gewesen, doch die haben uns abgelehnt. Sie sagten uns, dass sie nicht genug Zeit hätten, uns voll beaufsichtigt einzuarbeiten“, erzählt Roumia. „Aber dann waren wir zum Glück in der Paradies-Apotheke.“

„Ich war beeindruckt, wie gut ihr Deutsch nach nur drei Monaten im Land schon war“, erinnert sich Vongehr an das erste Treffen. Ihm sei das Paar gleich sympathisch gewesen. Daher habe er nicht lange gezögert, sondern beiden sofort einen Praktikumsplatz gegeben. „Das hat gerade gepasst, wir hatten gesucht“, sagt er. Haitham und Najwa hätten abwechselnd jeweils vier Wochen im März und April bei ihm gearbeitet. So habe sich immer einer der beiden um die damals nicht einmal zweijährige Tochter kümmern können.

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