Fipronil

Eier-Skandal zieht durch Europa dpa, 11.08.2017 09:14 Uhr

Mülheim/Essen - In Deutschland sollen die Verbraucher wieder mit ruhigem Gewissen Eier kaufen können: Auch Aldi füllt wieder seine Regale. Einige Länder erfahren aber erst jetzt, wie groß das Problem für sie ist.

Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier zieht in Europa immer weitere Kreise – deutsche Verbraucher sollen dagegen mit mehr geprüften Eiern in den Regalen rechnen können. Die Discounter Aldi Nord und Süd haben Eier wieder ins Angebot aufgenommen, nachdem sie Ende vergangener Woche sämtliche Eier vorsorglich verbannt hatten. Nur in Einzelfällen könne es noch zu Engpässen kommen, teilten die Supermarktketten mit. Die Eier, die jetzt in den Verkauf gehen, sollen auf das Insektizid getestet sein. In einigen Ländern kommt das Ausmaß betroffener Lieferungen aber gerade erst ans Licht – und die Ermittlungen werden konkreter.

Nach Deutschland wurden laut Bundeslandwirtschaftsministerium „rund 10,7 Millionen möglicherweise mit Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden […] geliefert“, wie die „Rheinische Post“ unter Berufung auf eine Antwort des Ministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion berichtet. Zuvor hatte Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) bereits von mutmaßlich zehn Millionen betroffenen Eiern gesprochen.

20 Tonnen mit Fipronil belastete Eier wurden zudem nach Dänemark geliefert. Das teilte die Behörde für Lebensmittelsicherheit am Donnerstagabend mit. Eine dänische Firma habe die gepellten und gekochten Eier von einem belgischen Händler bezogen – produziert wurden die Eier demnach aber in den Niederlanden. Die Belastung mit den Insektengift sei zwar nicht gesundheitsschädlich, aber zu hoch für den Verkauf.

APOTHEKE ADHOC Debatte