Plädoyer für mehr Ausbildung

Drei Praktikantinnen: „Beste Werbung für Apotheke“

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Berlin -

Etwa jede zweite Apotheke bildet nicht aus – für Jan Simons von der Medica Apotheke im Ärztehaus in Gummersbach ein Unding. Seit mehr als zehn Jahren nimmt er Praktikantinnen und Praktikanten aus allen Bildungsebenen. Das sei die „beste Werbung für die Apotheke“. Meckern und Jammern könne jeder.

Apotheken sind laut Zahlen der Abda der Ausbildungsplatz für rund 6500 junge Menschen, die entweder im Rahmen einer dualen Ausbildung zur/zum PKA, einer schulischen Ausbildung zur/zum PTA oder im letzten Abschnitt des Pharmaziestudiums ihren praktischen Ausbildungsabschnitt absolvieren. Aber nur etwa die Hälfte der Apotheken bildet demnach aus.

Für Simons geht es um Eigeninitiative. „Klar, wir werden von der Politik nicht gehört, Bürokratie überschwemmt uns und dieser Fachkräftemangel, einfach schlimm.“ Aber: „Wenn man es selber macht, wird es auch klappen. Heute haben wir drei Praktikantinnen, aus allen Bildungsebenen, bei uns in der Apotheke an Board.“ Er kümmert sich gemeinsam mit seinem Team um eine Pharmazeutin im Praktikum (PJ), eine Pharmazie-Famulantin und eine Schülerpraktikantin.

„Wir bilden aus und das aus voller Überzeugung und mit persönlichem Einsatz. Auch wenn es Ressourcen bindet, sind wir der Überzeugung, dass das Anbieten von Praktikumsplätzen zum langfristigen Erfolg führt“, sagt er. Inhaberinnen und Inhaber, die ausbilden, müssten die zeitlichen und menschlichen Ressourcen haben. Es mache nur Sinn, wenn man mit Herzblut dabei sein könne. „Nur so kann man junge Menschen begeistern und schnellstmöglich ins Team integrieren.“

Inhaber muss ansprechbar sein

Der wichtigste Faktor sei der empathische Umgang und ständig für Probleme ansprechbar zu sein, egal wie viel gerade in der Apotheke los sei, so Simons. „Als Inhaber bin ich mittlerweile ein großer Fan von Praktikantinnen und Praktikanten, da es tatsächlich hilft, auch seine eigene Arbeit zu hinterfragen.“ Wichtig sei der Rückhalt des Teams: „Ich weiß genau, dass es ohne meine Kolleginnen, die sich sehr viel Mühe geben, niemals klappen würde, denn sie stehen jederzeit mit ihrem jeweiligen Fachwissen zur Verfügung.“ Da müsse man auch mal ein Auge zudrücken, wenn man sie länger in der Kaffeeecke stehen sehe.

„Meine eigenen Praktika habe ich alle in einer Apotheke gemacht, die weit weg von der elterlichen war. Es war mir wichtig, meine eigenen Erfahrungen zu sammeln. Ich hatte eine großartige Zeit, mit einem Chef und Kollegen, die mich immer super unterstützt haben. Vieles von dieser Zeit setzte ich auch heute noch um, da es mich damals so begeistert hat. Mir wurde schon früh viel Verantwortung übertragen, was mich zusätzlich heiß auf den Beruf gemacht hat.“ Auch wenn Praktikantinnen und Praktikanten Ressourcen kosteten, „sind wir der Überzeugung, dass das Anbieten von Praktikumsplätzen zum langfristigen Erfolg führt. Zusätzlich können wir so auch beste Werbung für unseren Berufsstand betreiben.“

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