Rezeptur, Fixum, Lieferengpässe

CDU-Besuch: „Wir müssen Apotheken stärken“

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Berlin -

Die Regina-Apotheke in Düsseldorf hatte Besuch von der CDU-Politikerin Britta Oellers. „Wir haben mit der Landtagsabgeordneten über die aktuellen Probleme der Apotheken gesprochen“, berichtet Ioannis Hatzianastassiou, stellvertretender Kreisvertrauensapotheker in Düsseldorf. Im Fokus standen neben dem Fixum auch die überbordende Bürokratie und das Schwinden der wohnortsnahen Arbeitsplätze durch das Apothekensterben.

Neben der dringend benötigten Fixumserhöhung waren bei dem Besuch von Oellers auch die schwindenden Arbeitsplätze ein Thema, insbesondere der weiblichen Angestellten. „In den Apotheken arbeiten ja überwiegend Frauen“, erklärt Hatzianastassiou. „Und das sind Arbeitsplätze, die eigentlich Beruf und Familie vereinbaren. Schließen immer mehr Apotheken, fallen diese Arbeitsplätze weg und die Wege für die Angestellten werden deutlich länger.“

Er sehe das bereits bei seiner eigenen Frau. „Für ihren Arbeitsweg muss sie etwa zwei Stunden Hin- und Rückfahrt aufbringen. Das ist wertvolle Zeit, die für andere Dinge verwendet werden könnte. Das darf durch das Apothekensterben nicht die Regel werden.“

Lieferengpässe und Dokumentation

Im Austausch mit Oellers sprach Hatzianastassiou auch die gravierenden Lieferengpässe an. „Die Seite vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) listet aktuell immer noch über 550 Präparate auf, die schwer oder gar nicht zu bekommen sind. Das muss sich dringend ändern.“

Gleiches gelte für den „Dokumentationsirrsinn“: „Wird eine Individualrezeptur angefertigt, dauert die Dokumentation länger als die eigentliche Anfertigung.“ Hatzianastassiou beklagt: „Vom Herstellungsprotokoll, über die Plausibilitätsprüfung können wir bald zehn Ordner voll mit solchen Sachen füllen.“

Apotheken weiterhin stärken

Oellers habe die Probleme wahrgenommen und sich für den „guten Input“ bedankt. Das erklärte sie im Nachhinein auch auf Social Media: „Der Besuch vor Ort bestätigt wieder, dass wir unbedingt die Apotheken vor Ort weiterhin stärken müssen.“

Da sie im Ausschuss des Landtages Nordrhein-Westfalen sitze, sei sie „immer interessiert, solche Sachen auch aus erster Hand zu erfahren“, erklärt Hatzianastassiou. „Ich hoffe, sie wird diese Information weiterverwenden und uns unterstützen.“

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