Melmsche Hirsch-Apotheke

Apothekerin in elfter Generation

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Berlin -

Die historische Apotheke in der lippischen Stadt Oerlinghausen ist seit dem 1. April unter neuer Leitung: Franziska Wachsmuth-Melm übernahm die Apotheke von ihrem Vater – und das bereits in elfter Generation. Ihr Großvater, ebenfalls Apotheker, hat die Familiengeschichte 2003 zusammengetragen. 

Die historische Hirsch-Apotheke im Jahr 1880. Foto: Melmsche Hirsch-Apotheke

Begonnen hat die Geschichte der Apothekerfamilie bereits vor 321 Jahren, im Jahr 1703 in Bremen. Johann Henrich-Melm hatte damals die bereits bestehende Hirsch-Apotheke gepachtet. „Er war Nachkomme einer bereits bestehenden Melmschen Familientradition in Düsseldorf. Einzelne Angehörige der Familie Melm standen schon vor 1703 als Ärzte und Apotheker in den Diensten der Gesundheit“, schreibt Frankziskas Großvater, Carl-Ludwig Wachsmuth-Melm, in der Familienchronik.

Nach Oerlinghausen kam die Familie dann im Jahr 1831. Johann Friedrich Ernst-Melm reichte 1829 bei der lippischen Regierung ein Konzessionsgesuch für eine Apotheke in Oerlinghausen ein und öffnete zwei Jahre später die Türen genau der Apotheke, die Franziska Wachsmuth-Melm heute leitet.

Zwar steht die Apotheke noch an derselben Stelle wie vor 193 Jahren; veraltet ist sie deshalb nicht. Man arbeite, soweit es möglich sei, digital, erzählt die Apothekerin. Besonders glücklich ist die Apothekerin über ihr junges Team. Die drei angestellten Apothekerinnen sind wie die Chefin erst um die 30 Jahre alt. Da zieht ihr Vater den Altersdurchschnitt ganz schön runter: Mit 64 Jahren unterstützt Henner Wachsmuth-Melm seine Tochter nämlich auch weiterhin in der Apotheke. Insgesamt leitet die Apothekerin ein Team von 12 Mitarbeitern: Zu ihren Apothekerinnen kommen noch fünf PTA und drei PKA hinzu.

Immer noch im selben Gebäude: die Melmsche Hirsch-Apotheke heute. Foto: Florentina Stefan/Melmsche Hirsch-Apotheke

Mitarbeiter, Leiter und zurück

Ihr Pharmaziestudium absolvierte Wachsmuth-Melm an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Seit ihrem Abschluss hat die jetzt 31-Jährige bereits Erfahrungen in einigen Betrieben sammeln können. Sie arbeitete unter anderem am Heidelberger Uniklinikum und in Apotheken in Frankfurt und in Bünde. 2019 ist sie in ihre Heimat zurückgekehrt und hat als angestellte Apothekerin unter der Leitung ihres Vaters in der Hisch-Apotheke gearbeitet. Ihre ganze Familie arbeitet in der Apotheke. Ihre Mutter Sibylle Wachsmuth-Melm leitet die zweite Apotheke, die Tönsberg Apotheke, ebenfalls in Oerlinghausen. Auch der Mann der neuen Inhaberin ist Apotheker, er leitet die Arminius-Apotheke in Bielefeld.

Familienchronik und Führungen

Es war Wachsmuth-Melms Großvater, der die ganze Geschichte der Apothekerfamilie in einer Familienchronik mit dem Titel „Ein Streifzug durch die Geschichte der Apothekerfamilie Wachsmuth-Melm“ zusammentrug. Schlappe 140 Seiten umfasst das Werk.

Auch die neue Inhaberin spürt das Interesse an der historischen Apotheke. Passanten kommen durch den immer noch alten Eingang in die teilrenovierte Apotheke und fragen nach ihrer Geschichte, so die Apothekerin. „Zusammen mit der Stadt organisieren wir auch kleine, nicht-kommerzielle Führungen durch die historische Apotheke“, berichtet Wachsmuth-Melm. Ihr Vater würde die Führungen gerne übernehmen. „Es ist mal eine andere Art, Menschen die Apotheke näherzubringen“, so die junge Apothekerin.

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