Blüte, Extrakt, Kapsel

Cannabis: Schritt für Schritt zur Rezeptur APOTHEKE ADHOC, 24.08.2020 14:43 Uhr

Berlin - Sind die Rezeptangaben geprüft und vollständig, kann die Herstellung der Cannabisrezeptur erfolgen. Doch auch hier gibt es einiges zu beachten: Das passende Abgabegefäß, die Lagerung in der Apotheke bis zur Abholung und der Umgang mit missglückten Rezepturen sind nur einige der Punkte.

Generell können Cannabisrezepturen nur auf einem BtM-Rezept verordnet werden. Neben unverarbeiteten Blüten können verarbeitete Blüten, Extrakte in unverändertem Zustand oder in Zubereitungen sowie Dronabinol-Tropfen oder -Kapseln rezeptiert werden. Je nachdem, was gefordert ist, kann die Rezeptur aufgrund der Herstell-, Prüf- und Dokumentationsschritte zeitaufwendiger sein.

Cannabisblüten – Achtung Staubentwicklung

Wie auch bei Teedrogen muss auch bei Cannabis die mögliche Staubentwicklung beachtet werden. Dennoch gilt: Cannabis wird nicht in der Teerezeptur verarbeitet. Apotheken, die häufig Medizinalcannabis verarbeiten haben sich eine „zweite Rezeptur“ geschaffen, wenn der Platz es hergibt, ist dies sicherlich die beste Lösung. Ansonsten gilt: Cannabis sollte im größtmöglichen Abstand zu anderen Rezepturen hergestellt werden. Um Verunreinigungen zu vermeiden, sollte auf die gleichzeitige Herstellung von pädiatrischen Rezepturen verzichtet werden. Auch wichtig: Cannabis kann potentiell allergisierend wirken. Leidet die PTA unter gewissen Pollenallergien oder Asthma empfiehlt sich das Tragen einer FFP3-Maske.

Wann und wie muss Cannabis geprüft werden?

Cannabis muss als Ausgangssubstanz analog zu allen anderen Rohstoffen in der Apotheke vor der Verarbeitung geprüft werden. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Substanz getrennt und eindeutig gekennzeichnet zu lagern – im Tresor, da es sich bei allen THC-haltigen Substanzen um Betäubungsmittel handelt. Für die Identitätsprüfung von Cannabis gilt seit dem 1. Juni offiziell das Deutsche Arzneibuch (DAB). Darin enthalten ist erstmals auch eine Monographie für eingestellten Cannabisextrakt. Die Blüten werden einerseits makroskopisch geprüft. Hierbei gilt: Die Droge hat die typischen Merkmale einer Vergleichsdroge nachgewiesener Identität. Charakteristisch sind die Haare und das Harz zu erkennen. Olfaktorisch besitzt Cannabis einen charakteristischen Geruch. Darüber hinaus muss die Blüte mittels Dünnschichtchromatographie geprüft werden. Eine genaue Anweisung hierfür findet sich im DAC.

Die Dünnschichtchromatographie bei der Identitätsprüfung der Extrakte erfolgt analog der bei den Blüten: Sowohl Fließmittel wie auch Anforderungen an die DC-Platte sind gleich, lediglich die Referenzlösung unterscheidet sich hinsichtlich der Konzentration. Diese Referenzsubstanzen sind meist teuer und müssen im Gefrierfach gelagert werden. Trotz der kalten Lagerung sind sie nur einen Monat haltbar. Jedoch existieren alternative Identifizierungsmethoden im DAC: Die teuren Referenzsubstanzen werden durch die kostengünstigeren Laufweitenmarker Bornylacetat und Menthol ersetzt. Den Extrakten liegt entweder ein THC-Schnelltest bei (Tilray, Caelo) oder ein Testkit kann zusätzlich bestellt werden.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Corona-Impfstoff

Sanofi und GSK: Bis zu 300 Millionen Dosen für EU»

Corona-Krise

Trump: Impfstoff für alle bis April»

Umstrittene Empfehlung

Corona-Tests: US-Behörde korrigiert sich selbst»
Markt

Dramatischer Appell

AvP-Apothekerin: Hilferuf bei Bild»

Börsenaufstieg

Shop-Apotheke steigt auf in den MDax»

Fehlender Warnhinweis

Iberogast: Erstes Ermittlungsverfahren eingestellt»
Politik

Nacht- und Notdienstfonds

245 Euro: NNF zahlt Einmalpauschale aus»

KHZG

4 Milliarden für Kliniken»

eRezept und ePatientenakte

Bundesrat: Grünes Licht für PDSG»
Internationales

Vatikan-Apotheke

Segen für den Papst-Rowa»

Verfügbarkeit der Corona-Vakzine

Trump widerspricht Gesundheitsbehörde»

USA/Kanada

Amazon will 100.000 neue Mitarbeiter einstellen»
Pharmazie

Patentablauf

Aybintio: Nächstes Avastin-Biosimilar»

OTC-Switch

Sumatriptan kommt in die Sichtwahl»

Erfolgreiche Remyeliniserung

Theophyllin bei Multipler Sklerose?»
Panorama

Polizei: Anzeige nicht möglich

PTA schlägt Popo-Diebin in die Flucht»

Nachtdienstgedanken

Wo bleiben die Erkälteten?»

Stukenbrock sagt Danke

Gratis-Safari für Apotheker und PTA»
Apothekenpraxis

Live: Montag 13 Uhr

AvP: Ihre Fragen an den Insolvenzexperten»

adhoc24

Sumatriptan-Switch / Wechsel bei der Umschau / Weg frei für eRezept»

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Apothekenbote sprengt VOASG-Anhörung»
PTA Live

Schubladen bleiben leer

Dolormin kommt nur kleckerweise»

Krebspräventionswoche

Gesunde Ernährung gegen Krebs»

Studie belegt Wirksamkeit

Echinacea gegen Corona»
Erkältungs-Tipps

Selbstmedikation bei Erkältungsbeschwerden

Hausapotheke: Rhinitis & Sinusitis»

Corona, Influenza und Erkältung

Wie verträgt sich Covid-19 mit anderen Infekten?»

Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Mit der Hausapotheke gewappnet sein»
Magen-Darm & Co.

Hilfe bei Obstipation, Hämorrhoiden & Co.

Ballaststoffe: Essenziell für die Verdauung»

Haferschleim, Zwieback & Banane

Schonkost: Leicht verdaulich & gut verträglich»

Pflanzlich oder Probiotisch

Fresh-Up: Reizdarmsyndrom»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Besondere Ernährungsformen

Vegan und schwanger: Kein Problem!»

Sport in der Schwangerschaft

Sechs Sportarten für Schwangere»

Nach der Geburt

10 Tipps für die Rückbildung»
Medizinisches Cannabis

Sonder-PZN, Lieferengpässe & Co.

Retaxgefahr Cannabis»

Blüte, Extrakt, Kapsel

Cannabis: Schritt für Schritt zur Rezeptur»

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»
HAUTsache gesund und schön

Aufbau, Alterung und Pflege

Unterschiede von Frauen- und Männerhaut»

Von Reinigung, Pflege und Wellness

Handpflege: Unterschätzt, aber unerlässlich»

Einfluss von äußeren Faktoren

Sonne, Chlor & Co.: Stress für die Haut»