Cannabis: Schritt für Schritt zur Rezeptur

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Berlin - Sind die Rezeptangaben geprüft und vollständig, kann die Herstellung der Cannabisrezeptur erfolgen. Doch auch hier gibt es einiges zu beachten: Das passende Abgabegefäß, die Lagerung in der Apotheke bis zur Abholung und der Umgang mit missglückten Rezepturen sind nur einige der Punkte.

Generell können Cannabisrezepturen nur auf einem BtM-Rezept verordnet werden. Neben unverarbeiteten Blüten können verarbeitete Blüten, Extrakte in unverändertem Zustand oder in Zubereitungen sowie Dronabinol-Tropfen oder -Kapseln rezeptiert werden. Je nachdem, was gefordert ist, kann die Rezeptur aufgrund der Herstell-, Prüf- und Dokumentationsschritte zeitaufwendiger sein.

Cannabisblüten – Achtung Staubentwicklung

Wie auch bei Teedrogen muss auch bei Cannabis die mögliche Staubentwicklung beachtet werden. Dennoch gilt: Cannabis wird nicht in der Teerezeptur verarbeitet. Apotheken, die häufig Medizinalcannabis verarbeiten haben sich eine „zweite Rezeptur“ geschaffen, wenn der Platz es hergibt, ist dies sicherlich die beste Lösung. Ansonsten gilt: Cannabis sollte im größtmöglichen Abstand zu anderen Rezepturen hergestellt werden. Um Verunreinigungen zu vermeiden, sollte auf die gleichzeitige Herstellung von pädiatrischen Rezepturen verzichtet werden. Auch wichtig: Cannabis kann potentiell allergisierend wirken. Leidet die PTA unter gewissen Pollenallergien oder Asthma empfiehlt sich das Tragen einer FFP3-Maske.

Wann und wie muss Cannabis geprüft werden?

Cannabis muss als Ausgangssubstanz analog zu allen anderen Rohstoffen in der Apotheke vor der Verarbeitung geprüft werden. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Substanz getrennt und eindeutig gekennzeichnet zu lagern – im Tresor, da es sich bei allen THC-haltigen Substanzen um Betäubungsmittel handelt. Für die Identitätsprüfung von Cannabis gilt seit dem 1. Juni offiziell das Deutsche Arzneibuch (DAB). Darin enthalten ist erstmals auch eine Monographie für eingestellten Cannabisextrakt. Die Blüten werden einerseits makroskopisch geprüft. Hierbei gilt: Die Droge hat die typischen Merkmale einer Vergleichsdroge nachgewiesener Identität. Charakteristisch sind die Haare und das Harz zu erkennen. Olfaktorisch besitzt Cannabis einen charakteristischen Geruch. Darüber hinaus muss die Blüte mittels Dünnschichtchromatographie geprüft werden. Eine genaue Anweisung hierfür findet sich im DAC.

Die Dünnschichtchromatographie bei der Identitätsprüfung der Extrakte erfolgt analog der bei den Blüten: Sowohl Fließmittel wie auch Anforderungen an die DC-Platte sind gleich, lediglich die Referenzlösung unterscheidet sich hinsichtlich der Konzentration. Diese Referenzsubstanzen sind meist teuer und müssen im Gefrierfach gelagert werden. Trotz der kalten Lagerung sind sie nur einen Monat haltbar. Jedoch existieren alternative Identifizierungsmethoden im DAC: Die teuren Referenzsubstanzen werden durch die kostengünstigeren Laufweitenmarker Bornylacetat und Menthol ersetzt. Den Extrakten liegt entweder ein THC-Schnelltest bei (Tilray, Caelo) oder ein Testkit kann zusätzlich bestellt werden.

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