Cannabis als Add-On

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Berlin -

Medizinisches Cannabis wird häufig bei chronischen Erkrankungen wie anhaltenden Schmerzzuständen eingesetzt. Die betroffenen Patient:innen nehmen häufig eine Vielzahl von Medikamenten ein. Durch die zusätzliche Einnahme einer Cannabis-Rezeptur kann die Medikamentenlast deutlich gesenkt werden. In einer aktuellen Beobachtungsstudie zeigt der Cannabis-Hersteller Tilray auf, dass Blüten oder Extrakte als Add-On die sonstigen Arzneimitteleinnahmen signifikant reduzieren können.

Indikationen für eine Therapie mit Medizinalcannabis gibt es viele. So kommt Medizinalhanf beispielsweise bei Multipler Sklerose und Epilepsie zum Einsatz. Für diese zwei Indikationen liegen mittlerweile mehrere Studien vor. Auch bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach einer Chemotherapie sowie zur Appetitsteigerung bei HIV zeigt die Heilpflanze gute Ergebnisse. Haupteinsatzgebiet bleibt aber aktuell die Behandlung von chronischen Schmerzen. Wenn starke Schmerzmittel wie Opioide keinen ausreichenden Therapieerfolg mehr zeigen, erfahren Betroffene unter einer Cannabis-Therapie häufig eine erneute Schmerzreduktion. Doch auch zur Dosisreduktion der Analgetika trägt Cannabis bei.

Bei immer mehr Erkrankungen zeigt Cannabis eine Wirksamkeit – die Studienlage ist nicht bei allen Erkrankungen in großem Umfang gegeben, sodass die Behandlungserfolge oft auf Erfahrungen aus der Praxis beruhen. Weltweit laufen zahlreiche Studien in verschiedenen Indikationsgebieten, deren Ergebnisse mit Spannung erwartet werden.

Weniger Schmerzmittel bei Cannabis-Einnahme

Tilray als langjähriger Hersteller von Cannabisblüten und Vollspektrum-Cannabisextraktenkonnte in einer umfangreichen Beobachtungsstudie mit über 1100 Patient:innen bereits zeigen, dass die Einnahme von Cannabisrezepturen die Medikamentenlast bei vorerkrankten Patient:innen signifikant senken kann. Sowohl die Dosierung und Einnahme von Opioiden als auch von Nicht-Opioiden konnten deutlich reduziert werden. Auch die Einnahme von Antidepressiva, Antikonvulsiva und Benzodiazepinen konnte verringert werden. Während zu Studienbeginn beispielsweise 28,1 Prozent der Teilnehmer:innen angaben, Opioide einzunehmen, so waren es nach sechs Monaten unter medizinischer Cannabistherapie nur noch 11,3 Prozent. Im Mittel verringerte sich die täglich eingenommene Opioiddosis dabei von 152 mg auf 32,3 mg (Morphin-Milligramm-Äquivalent).

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