Letzte Hoffnung E-Rezept

Zur Rose verliert Rx-Geschäft

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Berlin -

Die verschobene Einführung des E-Rezepts trifft die Versandapotheken hart. Zur Rose musste in Deutschland sogar einen Umsatzrückgang bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln hinnehmen. Das OTC-Geschäft treibt die Geschäfte weiter nach vorne, doch das Wachstum ist im Verlauf des vergangenen Jahres deutlich eingebrochen.

Zur Rose ist 2021 vor allem aufgrund der Übernahmen um 15,5 Prozent auf 2,03 Milliarden Franken (rund 1,95 Milliarden Euro) gewachsen. Bereits nach neun Monaten hatte sich Zur Rose von der davor geltenden Wachstumserwartung verabschieden müssen. Neu wurden 15 Prozent in Aussicht gestellt – davor waren es noch 20 Prozent gewesen.

Der Rückgang zog sich als Trend durch das gesamte Jahr: 23,2 Prozent im ersten Halbjahr, 13,2 Prozent im dritten Quartal und in den letzten drei Monaten nur noch 5,2 Prozent. In der ersten Jahreshälfte hatte Zur Rose noch von Übernahmen profitiert. Doch seit Mitte August ist Apotal komplett konsolidiert.

In Deutschland war das Wachstum auf das OTC-Geschäft und Gesundheitsprodukte zurückzuführen, dies habe „den leichten Umsatzrückgang von verschreibungspflichtigen Medikamenten auf Basis von Papierrezepten“ überkompensiert, teilte der Versender mit.

Jetzt wartet Zur Rose angespannt auf die Einführung des E-Rezepts. Die eigentlich zum Jahreswechsel geplante verpflichtende Einführung wurde vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) aufgrund anhaltender technischer Probleme noch Ende 2021 abgesagt. Zur Rose vertraut nun darauf, dass „das konkrete Vorgehen und die gegenseitigen Pflichten“ bis zur verpflichtenden Einführung des E-Rezepts „in den kommenden Wochen mit allen Beteiligten verbindlich abgestimmt werden“. Zur Rose-Gruppe hofft auf eine „schnellstmöglich die Bekanntgabe des verbindlichen Zeitplans“.

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